„Jumping macht süchtig. Und glücklich"
Autor: KTldk
Volkach, Sonntag, 14. August 2016
Noch eine Minute und ich sterbe. Denke ich. Aber ich lass' es mir nicht anmerken. Schön lächeln. Schön weiterspringen . . . Neben meinem Trampolin stehen Claudia Schemm und Diana Börner, zwei wirklich liebenswerte junge Frauen. Beide sind Fitness-Trainerinnen aus Leidenschaft. Sie feuern mich an. „Geh' richtig rein, hüpf' nicht nur an der Oberfläche auf und ab.“ Mir wird immer heißer, meine Beine brennen. Wie schaffen es Kinder nur, stundenlang auf einem Trampolin herumzutollen?
Noch eine Minute und ich sterbe. Denke ich. Aber ich lass' es mir nicht anmerken. Schön lächeln. Schön weiterspringen . . . Neben meinem Trampolin stehen Claudia Schemm und Diana Börner, zwei wirklich liebenswerte junge Frauen. Beide sind Fitness-Trainerinnen aus Leidenschaft. Sie feuern mich an. „Geh' richtig rein, hüpf' nicht nur an der Oberfläche auf und ab.“ Mir wird immer heißer, meine Beine brennen. Wie schaffen es Kinder nur, stundenlang auf einem Trampolin herumzutollen?
„Mit dem Gartentrampolin kann man unser High-Speed-Trampolin nicht vergleichen“, erklärt Claudia Schemm. „Es ist ganz anders gespannt, mit vielen, festen Seilen.“ So könne man rücken- und gelenkschonend seinen ganzen Körper trainieren. „Jumping“, also Springen, ist der neueste Fitness-Trendsport hierzulande. Es gibt verschiedene Trampolin-Anbieter. Die Firma „World Jumping“ ist einer davon – für Diana Börner und Claudia Schemm die beste. Die Qualität der High-Speed-Trampoline, mit denen nur ausgebildeten Trainer arbeiten, sei am höchsten. „Da musst du keine Angst haben, dass es dir die Gebärmutter raushaut oder so“, meint Claudia Schemm mit herzhaftem Humor.
Diana Börner grinst. „Ich war erst total skeptisch und hab‘ gedacht: 'Na, da hat jemand wieder irgendeinen Quatsch erfunden‘“, sagt die 37-jährige Volkacherin. „Aber dann hab' ich's bei Claudia doch mal ausprobiert. Es war der Hammer!“ Durch den ständigen Wechsel von An- und Entspannung beim Hüpfen werde die Muskulatur auf natürliche Art gekräftigt, der Lymphfluss angeregt und das Körpergewebe „fühlbar straffer“. Und vor allem: „Es macht einfach mega-viel Spaß!“ Dazu trägt auch die Musik bei, die jede Trainingseinheit begleitet. „Fetzige Stücke mit 130 bis 140 Beats pro Minute sind ideal.“ Davon gibt es jede Menge: von Van Halens Hit „Jump“ bis hin zu aktuellen Charts.
„Jumping macht süchtig. Und glücklich“, findet Diana Börner. Als blutige Anfängerin bin ich da noch nicht so sicher. Während ich mir die Seele aus dem Leib hüpfe und mein Kopf tomatenrot glüht, erzählt die Unterfränkin, dass sie nach der Geburt ihres Sohnes vor sechs Jahren einen Sport gesucht hat, der Spaß macht und trotzdem effektiv ist. Das Fitness-Konzept „Zumba“ begeisterte sie derart, dass sie beschloss, selbst Trainerin („Zumba-Instructor“) zu werden. Schließlich machte sie ihr Hobby zum Beruf. Heute arbeitet sie als Fitness-Trainerin im Gesundheitszentrum Christ in Wiesentheid und ist dabei, die Ausbildung als World-Jumping-Trainerin zu absolvieren.
Sogar für Männer
„Schön locker bleiben!“ Claudia Schemm ist bereits seit einem guten Jahr World-Jumping-Expertin. Die gelernte biologisch-technische Assistentin aus Giebelstadt hat sich vor zehn Jahren als Fitness-Fachwirtin selbstständig gemacht. Ernährung, Cardio-Training und Rehasport sind ihre Steckenpferde. „Rücken gerade lassen, locker. Der Griff ist nicht zum Festklammern da!“, korrigiert sie meine Haltung. Als ich die Anweisungen nicht gleich zu ihrer Zufriedenheit umsetze, schwingt sie ihren durchtrainierten Körper aufs Trampolin und macht die „Frosch-Übung“ vor.
Der Name ist Programm. Die Beine werden beim Springen angehockt und seitlich am Körper hochgezogen – wie Froschschenkel – , dann wieder nach unten in den Trampolinstoff gedrückt. Und wieder rauf. Und runter. Schön im Rhythmus der Musik.
Ein heimlicher Blick auf die Uhr verrät mir: Erst 20 Minuten sind vergangen. Schwindelig ist mir – wider Erwarten – nicht geworden, aber ich hab‘ das Gefühl, schon einen Marathon gelaufen zu sein. In den Beinen, am Hintern und am Bauch zieht es leicht – sind das etwa Muskeln, von deren Existenz ich bislang nichts wusste? „Das Schöne ist“, sagt Claudia, während sie neben mir locker-flockig weiterhüpft und kein bisschen außer Atem kommt, „dass Jumping – außer für akut Kranke – wirklich für jeden geeignet ist, sogar für Männer. Und gerade auch für ältere, gesundheitlich eingeschränkte und dicke Menschen.“