Die Liebe hat sie zusammengeführt. Nein, nein, nicht dieses romantische Gefühl, das aufflammt wie die olympische Fackel, um dann doch irgendwann als Glühwürmchen zu enden. Hier geht es um eine ganz andere Art von Liebe. Es geht um die Faszination für Lebensbegleiter, die nicht aus Fleisch und Blut sind, sondern aus Eisen, Blech und Blei.
Die Liebe hat sie zusammengeführt. Nein, nein, nicht dieses romantische Gefühl, das aufflammt wie die olympische Fackel, um dann doch irgendwann als Glühwürmchen zu enden. Hier geht es um eine ganz andere Art von Liebe. Es geht um die Faszination für Lebensbegleiter, die nicht aus Fleisch und Blut sind, sondern aus Eisen, Blech und Blei.
Es kann hageln, stürmen oder 40 Grad im Schatten haben – egal: Am ersten Donnerstag jeden Monats finden die 14 Mitglieder der „Classic Cars Kitzingen“ ihren Weg zum Sommerhäuser Gasthaus „Zum Anker“. Es ist das Clubhaus des Teams um Rolf Scheuermann und Ulrich Wächter. Bei jedem Club-Treffen stehen, schön aufgereiht am Ufer des Mains, chromblitzende Wagen aus sieben Jahrzehnten Stoßstange an Stoßstange.
Für alle Marken offen
Drumherum wuseln 13 Herren zwischen Anfang 20 und Mitte 60 sowie eine Dame. Ihnen geht auch nach Stunden der Gesprächsstoff nicht aus. Ob ein Defekt am Kühlergrill der 30er-Jahre-Limousine oder ein Kratzer im Lack des noch nicht einmal 30 Jahre alten, schwarz glänzenden BMW: Die Fahrzeuge bedeuten unerschöpflichen Informations- und Schraubbedarf.
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Die meisten Mitglieder der „Classic Cars Kitzingen“ kommen aus dem Landkreis KT. Ulrich Wächter ist Nordheimer, Rolf Scheuermann Kitzinger, Fabian Rickel stammt aus Großlangheim, Thomas Roth aus Mainbernheim, Heiko und Katrin Virnekäs aus Segnitz. Aber auch ein Waldbüttelbrunner (Mike Büsch) und ein Erlacher (Leo Interante) sind dabei. „Bei uns hat jeder einen Schlag weg“, sind sich die Schrauber einig. Rolf Scheuermann ergänzt: „Vielleicht sind wir gerade deswegen so ein supergutes Team.“
Aus purem Zufall haben die CCK-ler zusammengefunden. Am Goldbergtag 2008 hab alles begonnen. Damals stellten Freunde einige Fahrzeuge auf dem Scheuermann-Firmengelände aus. „Das hat super Anklang bei den Leuten gefunden“, erinnert sich Rolf Scheuermann. Ein Jahr und viele Benzingespräche später, hatte sich bereits eine kleine Gruppe von Autofreaks gebildet. Aus dieser ersten Initiative wuchs in der Folgezeit die Interessensgemeinschaft „Classic Cars Kitzingen“.
Als Konkurrenz zu den etablierten Oldtimer-Freunden im Kitzinger Land sehen sich die CCK-ler nicht – im Gegenteil. Eher als „junge Wilde“ im Oldtimer-Zirkus. „Uns ist es nicht wichtig, ob ein Auto ein H-Kennzeichen hat, also mindestens 30 Jahre alt ist, oder als Youngtimer vielleicht erst 25 Jahre auf dem Buckel hat“, betont Ulrich Wächter. „Es geht uns vielmehr darum, dass der Besitzer ein Herz für sein Fahrzeug hat, und dass alle Mann zusammenhelfen, egal, ob das Auto 1000 oder 100 000 Euro gekostet hat. Hauptsache, es ist technisch und optisch in hervorragendem Zustand.“
Ob Fiat 500 oder Borgwart Isabella, Mercedes Silberpfeil oder Gogomobil: „Wir sind total offen! Offen für alle Marken und jedes Baujahr“, versichert Ulrich Wächter. Das Einzige, was zählt, ist der „Team-Spirit“, ergänzt Rolf Scheuermann – und natürlich die Liebe der Besitzer zu ihren Fahrzeugen aus vergangenen Tagen. „Sie alle sind ein Stück deutsches Kulturgut. Und das wollen wir erhalten.“