Am Sonntag findet der Weihnachtsmarkt statt. Dank Familie Hofmann gibt es ein paar Besonderheiten. Sie sorgt zum Beispiel dafür, dass der Glühwein in der Tasse nicht zu schnell kalt wird.
Klein, aber fein. So soll er sein, der Markt Einersheimer Weihnachtsmarkt. Jenny und Florian Hofmann lassen sich dafür einiges einfallen.
Vor fünf Jahren ging es los. Da entstand im Elternbeirat des Kindergartens die Idee: Ein Weihnachtsmarkt wäre doch ein tolle Sache. So könnten mehr als „nur“ die eigenen Eltern oder Großeltern erreicht werden. So könnte der ganze Ort in der Vorweihnachtszeit zusammen kommen – ein Herzenswunsch von Jenny Hofmann. „Aus einem Adventsbasar wurde schnell ein richtiger Weihnachtsmarkt“, erinnert sie sich. Schon im zweiten Jahr standen rund um die St. Matthäus-Kirche etliche Verkaufsbuden. Seither hat sich der Markt Einersheimer Weihnachtsmarkt zu einem Geheimtipp unter den vorweihnachtlichen Treffpunkten im Landkreis entwickelt. 15 Buden draußen und fünf Verkaufsstände drinnen. Aber die bloße Zahl ist nicht das Entscheidende. Es geht um Originalität und Qualität. Auch bei den Getränken.
Florian Hofmann prüft noch einmal, ob seine Erfindung auch tatsächlich funktioniert. Das Feuer im Korb lodert, darüber hängt der riesige Topf, befestigt an einem Dreibein. Das Besondere ist die Konstruktion rund um den Topf, in der insgesamt 18 Tassen Platz finden. Einen „Feuerzangenbowletassenwärmer“ hat nicht jeder Weihnachtsmarkt zu bieten. Dank Florian Hofmanns Ingenieurskunst bleibt das typische Weihnachtsmarktgetränk in Markt Einersheim jedenfalls schön warm – weil die Tassen immer vorgewärmt sind.
Sein Glühweinrezept hat er vom Vater übernommen, er verrät nur Auszüge: Fränkischer Rotwein, frisch gepresster Orangensaft und Gewürze. „Das Ganze zieht zwei bis drei Tage“, erklärt er. Offensichtlich kommt das Getränk gut an. Im letzten Jahr hat er mehr als 50 Liter an den Mann und die Frau gebracht.
Der halbe Ort ist involviert, um den Weihnachtsmarkt zu einem Erfolg werden zu lassen. Als Veranstalter fungiert in diesem Jahr zum ersten Mal die Kirchengemeinde. Involviert sind unter anderem der Schützen- und Sportverein, der Kindergarten-Förderverein und die Gemeindebücherei. So erklärt sich auch das vielfältige kulinarische Angebot: Italienische Spezialitäten, Grillgut, süße Waffeln, Kuchen und Torten gibt es – alles „Made in Markt Einersheim“. Wer auf der Suche nach einem geschmackvollen Geschenk ist, dürfte ebenfalls fündig werden. Es gibt Holz-, Glas-, und Schmuckhandwerk, Keramik und filigrane Sterne. Händler bieten Taschen, Kerzen, Lamm- und Schaffellprodukte. Natürlich gibt es auch eine große Krippenausstellung im Gemeinschaftshaus. „Die meisten Anbieter kommen aus dem Ort“, sagt Jenny Hofmann, die sich selbst als „weihnachtsmarktverliebt“ bezeichnet. Jahrelang ist sie auf die Märkte im Umfeld gefahren. Jetzt hat sie das Geschehen quasi direkt vor der Haustür.
Ein paar Wochen sind sie und ihre Helfer mit der Vorbereitung beschäftigt. Dafür haben sie dann auch ein sehenswertes Programm auf die Beine gestellt: Eine Tanzeinlage der „Kidsfit“, ein Kinderkonzert, eine Tombola des „Hauses für Kinder“ und weihnachtliche Weisen des Posaunenchores machen die vorweihnachtliche Stimmung perfekt. Eröffnet wird die Familienweihnacht mit Weihnachtsliedern, vorgetragen von den Kindern und dem Team des „Hauses für Kinder.“
Am kommenden Sonntag ist es soweit. Die Vorbereitungen sind abgeschlossen. Es kann losgehen. Jenny Hofmann hat eigentlich nur noch einen Wunsch: Das Wetter sollte zumindest ein wenig vorweihnachtlich sein.