Die Salatblume in Etwashausen kann wieder geerntet werden. Christian Gräbner freut sich auf viele Bürger, die das günstige Angebot nutzen und ein paar Münzen in die Kasse werfen. Die Einnahmen kommen der Etwashäuser Burschenschaft zugute.

Während der Gartenschau im Jahr 2011 war die Salatblume eine der Attraktionen am Etwashäuser Mainufer. Danach war schnell klar: Das Angebot soll weitergeführt werden. Also pflanzten die Gärtner Jahr für Jahr Salat in Form einer Blume – sowie verschiedene Gemüsesorten – und luden die Bevölkerung am ersten Sonntag im August zum großen Erntefest. „Im letzten Jahr musste diese Veranstaltung wegen Corona leider abgesagt werden“, erinnert der Vorsitzende des Gartenbauvereins Kitzingen-Etwashausen. Auch heuer wird es nichts mit einem großen Fest. Zum Glück gibt es eine Alternative: Selbstbedienung.

Aufbruchsichere Kasse

Kohlrabi und Salat können jetzt schon selbst geschnitten und erntefrisch mit nach Hause genommen werden. In den nächsten Wochen werden auch die verschiedenen Kohlarten erntereif sein. Eine aufbruchsichere Kasse hängt an einer Seite des Feldes. „Die haben wir vom Spargelhof Heilmann aus Albertshofen bekommen“, freut sich Gräbner. Im letzten Jahr haben sich Unbekannte einen Spaß daraus gemacht, die Kasse immer wieder aufzubrechen. „Obwohl sie jeden Tag geleert wurde“, wundert sich Gräbner.

Das Geld kommt der Burschenschaft zugute, die im Herbst normalerweise den großen Kirchweihumzug ausrichtet. Ob der heuer über die Bühne gehen wird? Gräbner zuckt bei dieser Frage mit den Schultern. „Es gibt noch keine endgültige Entscheidung.“

Die letzten Wochen waren für die hiesigen Gartenbaubetriebe nicht leicht. Die großen Niederschlagsmengen haben auch auf ihren Feldern und in den Gewächshäusern Spuren hinterlassen. „Es war ein Tick zu viel Regen auf einmal“, sagt Gräbner und berichtet von Kollegen, bei denen die Pflanzen regelrecht ersoffen sind – Totalausfall. „Viele Äcker waren auch gar nicht befahrbar“, erinnert Gräbner. Die Jungpflanzen wurden teils zu groß, auch eine maschinelle Ernte von fertigem Gemüse war auf einigen Feldern nicht möglich.

Hoffnung auf Entschädigung

Der Vorsitzende des Gartenbauvereins hofft nun, dass die Betroffenen von den Entschädigungen profitieren, die von der Staatsregierung erst kürzlich angekündigt wurden.

Sturzfluten und Hochwasser werden die Region auch in den kommenden Jahren immer wieder begleiten, befürchtet Gräbner. Die fortschreitende Flächenversiegelung – auch in Etwashausen – will ihm deshalb nicht einleuchten. Als Beispiel nennt er den Lochweg, wo Investoren Grundstücke bebauen lassen, die bislang von den Gärtnern genutzt wurden. „Das Wasser kann nicht versickern und die Kanalisation läuft ruckzuck voll“, warnt er. Die mögliche Folge: Überschwemmungen und wirtschaftliche Schäden.

Problem: Flächenversiegelung

Grundsätzlich ist Wasser im niederschlagsarmen Landkreis Kitzingen ein wertvolles Gut. Die Gärtner haben deshalb die Anweisung, nur abends oder in den frühen Morgenstunden zu bewässern. „Die Verdunstung ist sonst zu hoch“, erklärt Gräbner, der für diese Anordnung des Wasserwirtschaftsamtes durchaus Verständnis zeigt. Dass gleichzeitig immer mehr Flächen versiegelt werden, passe mit dieser Anordnung aber nicht zusammen, wundert er sich. Den Klimawandel als einzigen Schuldigen für die Hochwasserprobleme der letzten Tage zu benennen, sei zu kurz gefasst. „Die fortschreitende Flächenversiegelung spielt da eine nicht unerhebliche Rolle“, sagt er und wünscht sich – gerade bei Neubauten – Konzepte, um Regenwasser zu speichern. „So wie es auch bei Neubauten von Gewächshäusern vorgeschrieben ist.“