Druckartikel: Ein wenig Liebe verschenken

Ein wenig Liebe verschenken


Autor: Diana Fuchs

Kitzingen, Mittwoch, 12. Oktober 2016

Es ist wie ein Zeitsprung. Draußen ist Frühherbst. Drinnen Weihnachten. Dutzende Pakete liegen im Wohnzimmer bereit, als stünde die Bescherung unmittelbar bevor. „Die sind aber noch nicht gefüllt!“, sagen Renate Strung und Maria Fast wie aus einem Mund. Eine fleißige Helferin hat nur schon mal zahlreiche Schuhkartons mit Weihnachtspapier beklebt. Die hübschen Kisten werden in den nächsten Wochen mit Gutem und Nützlichem bepackt. Mitte November gehen sie auf die Reise zu Not leidenden Kindern.
Liebevoll Gestricktes und Genähtes wird in ihren Paketen nicht fehlen: Renate Strung, Maria Fast und Erika Reinhardt wollen möglichst vielen Kindern in von Armut geprägten Gegenden eine Freude machen. Sie laden alle Bürger ein: „Machen Sie mit!“


Renate Strung und Maria Fast hoffen, dass auch viele andere Landkreisbürger ein Paket packen. „Letztes Jahr hatten wir 80 Geschenkkartons weniger als im Jahr zuvor“, ist Strung ein bisschen traurig. „Ob das daran lag, dass die Flüchtlingskrise alle gefordert hat?“ Sie hofft, dass sich heuer wieder mehr Menschen an der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ beteiligen.

Seit 18 Jahren beginnt für Renate Strung die Weihnachtszeit schon Anfang Oktober. Ein Flyer, der in der Kleinlangheimer Kirche auslag, war die Initialzündung. Mittlerweile hat Renate Strung viele Ehrenamtliche um sich herum versammelt, die mit ihr zusammen bedürftigen Kindern helfen wollen. Maria Fast ist so eine Ehrenamtliche. Sie wohnt, wie Renate Strung, am Viehtrieb in Großlangheim. Die beiden teilen sich das Paket-Annehmen heuer.

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Die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ findet die vierfache Mutter Maria Fast besonders gut, „weil es nicht bei einem Glücksmoment bleibt, sondern weil die Kinder darüber hinaus von ehrenamtlichen Mitarbeitern christlicher Organisationen betreut werden“.

Auf diese Weise könnten Mädchen und Buben die Liebe Gottes hautnah erfahren, auch wenn sie in Armut leben. „So gesehen, passt ganz schön viel Glück in einen Schuhkarton.“ Heuer werden die Kisten in Bulgarien, der Mongolei, in Polen, der Republik Moldau, in Rumänien, Weißrussland, der Slowakei und der Ukraine verteilt.

„Viele fleißige Hände haben schon den ganzen Sommer über gestrickt und genäht“, freut sich Renate Strung. Maria Fast zählt auf: „Bunte Socken, warme Westen, Mützen, Schals...“ Erika Reinhardt aus Kitzingen ist eine der ehrenamtlichen Strickerinnen. Stellvertretend für alle sagt sie den Spendern von Wolle und Füllwatte herzlichen Dank. Mit den Handarbeiten können Kisten aufgefüllt werden, die nicht ganz voll geworden sind.

Besonders ans Herz legt Renate Strung allen hilfsbereiten Bürgern heuer Folgendes: „Bitte zahlen Sie, wenn möglich, auch das Transportgeld für Ihr Paket.“ Dieser Obolus hat sich von sechs auf acht Euro erhöht. „Damit finanziert der gemeinnützige Verein 'Geschenke der Hoffnung' nicht nur den verlässlichen Transport der Präsente, sondern auch die Schulung und Koordination tausender Ehrenamtlicher und die kontinuierliche Betreuung vor Ort.“ Um ein bisschen zusätzliches (Transport-)Geld zusammenzubringen, lädt Maria Fast am Sonntag, 27. November, von 11 bis 18 Uhr an einen „Geschenke der Hoffnung“-Stand auf dem Großlangheimer Adventsbasar am Marktplatz ein. „Ich werde dort selbst gebackene Plätzchen zugunsten der Aktion 'Weihnachten im Schuhkarton' verkaufen“, schaut die gelernte Köchin und leidenschaftliche Bäckerin voraus. Die Besucher dürfen sich unter anderem auf beliebte Plätzchen-Klassiker wie Terrassen und Vanillekipferl freuen. Da würde manch einer gern sofort einen Zeitsprung machen...

Abgabestelle: Geschenkpakete können bis 30. Oktober bei Renate Strung, Am Viehtrieb 47, in Großlangheim abgegeben werden. Ab 31. Oktober befindet sich die Annahmestelle bei Maria Fast, Am Viehtrieb 34, ebenfalls Großlangheim. Annahmeschluss ist der 15. November. Die Transportkosten können in einem Umschlag mitgeschickt oder an den Berliner „Geschenke der Hoffnung e.V.“ überwiesen werden.

Geschenkideen und Antworten auf häufige Fragen

Aktion: Seit 1996 packen jedes Jahr Hunderttausende bei der christlichen Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ mit. Kinder in von Armut geprägten Ländern sollen durch die Pakete Wertschätzung und Zuwendung erfahren. Geschulte ehrenamtliche Partner kümmern sich auch nach der Verteilung um die Kinder und bieten zum Beispiel Essen oder Hausaufgabenhilfe an.

Inhalt der Pakete: Es empfiehlt sich eine bunte Mischung aus Kleidung (Mütze, Schal, Handschuhe, Socken, Pulli), Hygieneartikeln (Zahnputzzeug, Bürste, Kamm), Spielsachen (Auto, Ball, Jo-Jo, Puppe, Kuscheltier, Dynamotaschenlampe, Mundharmonika, Blockflöte, UNO), Süßigkeiten (Vollmilchschokolade, Bonbons – mind. haltbar bis März 2017) und Schulsachen (A5-Hefte, Bunt- und Bleistifte mit Spitzer, Radiergummi, Solartaschenrechner etc). Bitte Deckel und Unterteil des Kartons separat mit Weihnachtspapier verzieren, so dass sich der Karton öffnen lässt (Zoll).

Nein! Nicht ins Paket dürfen gebrauchte, zerbrechliche und defekte Gegenstände, Lebensmittel, Schokolade mit stückigen Füllungen, Gelierstoffe (Gummibärchen, Weingummi, Kaubonbons), Flüssigkeiten, Medikamente, Brausetabletten.

Etiketten: Um von außen zu kennzeichnen, für wen das Geschenkpaket gedacht ist (Mädchen oder Junge, Kleinkind, Grundschüler, Jugendlicher), gibt es auf der Website bit.ly/wisaufkleber vorgefertigte Aufkleber zum Herunterladen.

Alle Infos und Abgabestellen: www.weihnachten-im-Schuhkarton.org