Die Weihnachtsoase in der Siedlung
Autor: KTlrd
Kitzingen, Montag, 18. Dezember 2017
Natürlich ist es viel Arbeit. Aber irgendwie auch nicht. Doris und Dieter Högner merken gar nicht, wie die Zeit verfliegt, wenn sie ihr Haus in der Kitzinger Siedlung in eine Weihnachtsoase verwandeln.
Natürlich ist es viel Arbeit. Aber irgendwie auch nicht. Doris und Dieter Högner merken gar nicht, wie die Zeit verfliegt, wenn sie ihr Haus in der Kitzinger Siedlung in eine Weihnachtsoase verwandeln.
Zwei bis drei Wochen vor dem ersten Advent geht es los. Dann werden die Kisten und Pakete aus dem Keller geholt und das Haus in der Schwanbergstraße auf Vordermann gebracht. „Bei der Gelegenheit putzen wir gleich von oben bis unten durch“, sagt Doris Högner und lacht. Die Begeisterung für die detailgetreue und liebevolle Dekoration ist ihr am Gesicht abzulesen.
Seit ungefähr 15 Jahren schmücken die Högners ihr Haus. Die vielen einzelnen Schmuckstücke finden sie auf Weihnachtsmärkten in ganz Deutschland – oder stellen sie selbst her. Dieter Högner ist ein begeisterter und talentierter Bastler. Filigrane Holzbänke und -tische stellt er in seiner Werkstatt her, entwirft und bastelt dazu sehenswerte Sterne aus Papier. Jeder ein Unikat. Doris Högner lässt derweil die Nadeln glühen. Unmengen von „Storcherli“, Fingerkuppenfreie Handschuhe, hat sie gestrickt. Und das ganze Haus hat sie in ein vorweihnachtliches Lichtermeer verwandelt.
Jede Ecke, jeder freie Platz auf Tischchen oder Schränken, ist dekoriert. Wie viele Einzelstücke sich über all die Jahre angesammelt haben? Doris Högner zuckt die Schultern und lässt den Blick im Wohnzimmer umhergleiten. „Ein paar hundert sind es bestimmt.“
Um 17 Uhr geht die Zeitschaltuhr an und verwandelt das Haus in ein kleines Lichtermeer – gut sichtbar für Spaziergänger und Autofahrer – schließlich leuchten auch das Carport und der Balkon bis 23 Uhr. Ihr heimeliges Weihnachtsreich teilen die Högners gerne mit Gleichgesinnten. „Jeder kann vorbei kommen“, versichert Doris Högner. Ihr Wunsch: Die Menschen nehmen sich Zeit für ein wenig Besinnung, sammeln Kraft und vergessen für ein paar Augenblicke den vorweihnachtlichen Stress. Vor allem Kinder sind eingeladen, sich die leuchtende Pracht und die schmucken Einzelteile anzuschauen. „Lebkuchen und Näscherli haben wir auch immer da.“
Am 9. Dezember hatten die Högners zum ersten Mal zu einem offenen Weihnachtstreff eingeladen – und waren über die Resonanz selbst überrascht. Fast 50 Freunde und Bekannte kamen, staunten über die liebevolle Dekoration und ließen sich Glühwein und Gulaschsuppe schmecken. Wer wollte, konnte eine Spende in den gläsernen Behälter werfen. Ein paar hundert Euro haben sich angesammelt.
Dieter und Doris Högner sammeln immer wieder für einen guten Zweck. Ob Kindergarten, Klinik-Clowns oder die Klinik Kitzinger Land. Verschiedene Einrichtungen haben in den letzten Jahren von ihrer Großzügigkeit profitiert. Dabei lassen sich die beiden immer etwas Neues einfallen. Sieben alleinerziehenden Vätern haben sie schon mal einen freien Nachmittag zum Geschenke einkaufen ermöglicht. „Wir haben mit deren Kindern in der Zeit einfach Plätzchen gebacken“, erinnert sich Doris Högner.