Druckartikel: Der weibliche Kuschelbedarf und die Steinzeit

Der weibliche Kuschelbedarf und die Steinzeit


Autor: KTlrd

Dettelbach, Montag, 20. Februar 2017

Frauen brauchen Liebe, Männer Respekt. Ein Satz, der von Nadine Wilhelm stammt. Die 30-Jährige aus Dettelbach hält am 3. März ihren ersten öffentlichen Vortrag im Bürgerzentrum in Kitzingen. Titel: „Lobpreiset das Mammut.“ Eine Emanze ist sie nicht, ein Mauerblümchen auch nicht. Nadine Wilhelm ist eine ganz normale junge Frau – die ihre Erfahrungen und Beobachtungen gemacht hat. Drei Jahre hat sie in Australien und Neuseeland verbracht, in mehr als 20 Familien gelebt. Ihre Bilanz: Männer sind anders. Frauen auch.
Ein Mammut ist es nicht, aber immerhin ein Elefant. Irgendwie ja auch symbolisch. Nadine Wilhelm rät jedenfalls allen Frauen zum Versuch, die Männer in ihrer Schweigsamkeit zu verstehen – und ihnen Respekt zu zollen.


Frauen brauchen Liebe, Männer Respekt. Ein Satz, der von Nadine Wilhelm stammt. Die 30-Jährige aus Dettelbach hält am 3. März ihren ersten öffentlichen Vortrag im Bürgerzentrum in Kitzingen. Titel: „Lobpreiset das Mammut.“ Eine Emanze ist sie nicht, ein Mauerblümchen auch nicht. Nadine Wilhelm ist eine ganz normale junge Frau – die ihre Erfahrungen und Beobachtungen gemacht hat. Drei Jahre hat sie in Australien und Neuseeland verbracht, in mehr als 20 Familien gelebt. Ihre Bilanz: Männer sind anders. Frauen auch.

Warum kommt es immer wieder zu Schwierigkeiten zwischen Männern und Frauen?

Nadine Wilhelm: Der Ursprung der Problematik ist in der Steinzeit zu finden.

Wie bitte?

Da wurden Verhaltensmuster angelegt, die heute noch wirken. So lange ist die Steinzeit noch gar nicht her. Sie endete vor gerade mal 12 000 Jahren. Dafür hat sie mehr als zwei Millionen Jahre gedauert.

Und Sie meinen, dass sich Männer und Frauen im 21. Jahrhundert immer noch so verhalten wie im Jahr 100 000 vor Christus?

Sie würden gerne, aber die Umstände haben sich so verändert, dass sie dies größtenteils nicht mehr können und sich Alternativen suchen. Der Ursprung vieler Missverständnisse ist genau an diesem Punkt zu suchen. Für die Frauen war die Kommunikation bedeutsam, die Männer sind auf die Jagd gegangen und haben größtenteils geschwiegen.

Daran hat sich bis heute nicht viel geändert.

Und das führt häufig zu Schwierigkeiten.

Was tun?

Wir Frauen sollten versuchen, die Männer in ihrer Schweigsamkeit zu verstehen und ihnen Respekt zu zollen.

Das klingt ein wenig nach totalitärem System. Bezweifeln Sie die Errungenschaften der Emanzipation?

Da waren ganz wichtige Schritte dabei. Natürlich darf es nicht zu einer Unterdrückung der Frauen kommen. Aber auch nicht zu einer Gleichschaltung von Mann und Frau. Die Geschlechter sind nun einmal unterschiedlich. Männer und Frauen haben unterschiedliche Wünsche.

Was meinen Sie?

Bei einer Umfrage sind Männer und Frauen getrennt voneinander befragt worden, wofür sie sich entscheiden würden, wenn sie zwischen Liebe und Respekt wählen dürften.

Und?

Frauen haben sich Liebe gewünscht, Männer Respekt.

Deshalb der Titel ihres Vortrages: Lobpreiset das Mammut – also den Mann?

Das ist natürlich überzogen, aber im Grunde geht es mir darum, dass Frauen ihre Männer verstehen. Warum sie so wenig reden, warum die Arbeit für sie so wichtig ist oder warum sie so viel weniger Kuschelbedarf haben.

Sagen Sie bloß nicht, das hat auch was mit der Steinzeit zu tun.

Doch (lacht). Damals hatte das Kuscheln einen ganz praktischen Zweck: Der Mann hat die Frau während des Schlafes beschützt. Tagsüber zu kuscheln machte und macht so gesehen keinen Sinn.

Und dieses Muster hat sich bis heute gehalten?

Die äußere Entwicklung der letzten Jahrhunderte ist eigentlich viel zu schnell vonstatten gegangen. Die innere Entwicklung konnte da nicht Schritt halten. Die unterschiedlichen Verhaltensmuster von früher sind noch implementiert.

Was tun? Diese Verhaltensmuster bekämpfen?

Nein, akzeptieren. Es wäre unnatürlich, sich dagegen zu wehren. Frauen und Männer sind nun mal unterschiedlich, schon körperlich. Warum sollte eine Frau auf dem Bau schwer körperlich schuften? Das ist genau so ungewöhnlich wie ein Mann mit sehr großem Redebedarf. Auch wenn es die natürlich gibt. Auf beiden Seiten gibt es immer auch Ausnahmen.

Haben Sie Ihre Thesen schon einmal jemandem präsentiert?

Im Freundes- und Bekanntenkreis.

Und?

Alle waren einverstanden, haben sich zumindest teilweise wiedererkannt.

Das heißt: Ihr Vortrag ist für Männer und Frauen gedacht?

In erster Linie ist er für die Frauen gedacht. Aber auch die Männer können sehr viel daraus lernen. Für Paare ist er sicher geeignet, als einzelner Mann würde ich vielleicht nicht kommen.

Wieso?

Weil viel geredet wird (lacht).

Der Vortrag findet am Freitag, 3. März, um 19 Uhr im Bürgerzentrum in der Schrannenstraße in Kitzingen statt. Es darf jeder kommen, der Interesse hat. Der Eintritt ist kostenlos. Ein Sparmammut für Spenden steht bereit.