Einem Achtjährigen sagt der Begriff Nachhaltigkeit sehr wahrscheinlich gar nichts. Dabei ist das Thema wichtig für ihn und seine Altersgenossen, schließlich geht es um die Welt, in der sie noch lange leben werden. Mit einer virtuellen Schnitzeljagd vermitteln Sarah Porter und Stefanie Löffler von JungStil Kindern von acht bis etwa 13 Jahren jetzt viele Aspekte rund um die nachhaltige Entwicklung. Auch die „Großen“ können dabei noch etwas lernen.

„Nachhaltigkeit ist wichtig und aktuell“, sagt Sarah Porter von JungStil. Daher mussten sie und ihre Kollegen nicht lange darüber nachdenken, ob sie bei der Aktion „Die Glorreichen 17“ von der BNE-Koordinierungsstelle des Landkreises mitmachen. „Wir haben ja auch einen Bildungsauftrag und dem gehen wir sehr gerne nach.“ Meist werden da Themen aufgegriffen, die für die Kinder aktuell und wichtig sind. Da geht es mal um Bienen, mal um Recycling, mal um andere Umweltthemen – oder um Corona, schließlich betrifft die Pandemie den Alltag der Kinder.

Den Alltag einbeziehen

Jetzt sollen die Acht- bis 13-Jährigen etwas über Nachhaltigkeit erfahren. Das geht am besten, wenn auch hier ihr Alltag mit einbezogen wird – und zwar an dem Ort, an dem sie leben. Statt einen Stand oder ein Projekt anzubieten, haben Sarah Porter und Stefanie Löffler einen so genannten „Actionbound“ entworfen. Das ist eine virtuelle Schnitzeljagd, die quer durch Kitzingen führt. Dass so etwas bei den Kindern gut ankommt, wissen Sarah Porter und ihre Kollegen aus Erfahrung, schließlich hat JungStil so etwas schon öfter angeboten, zum Beispiel bei der Sprachwoche. Gerade jetzt hat ein Actionbound einen weiteren wichtigen Vorteil: „Die Teilnahme ist komplett kontaktos und kann auch ohne uns stattfinden, so dass sie garantiert unabhängig von den Inzidenzwerten funktioniert“, erklärt Porter. Jeder kann mit dem QR-Code ins Abenteuer starten, wann er Lust dazu hat – ob schon jetzt, in den Pfingstferien oder irgendwann in den nächsten Wochen und Monaten. Der Actionbound ist nämlich schon programmiert und online gestellt, lange vor Beginn der großen „Die Glorreichen 17“-Aktion im Juli.

Und was erwartet die Kinder? „Wir führen sie durch Kitzingen. Die Hinweise, wo die Stationen sich befinden, orientierten sich teilweise an Informationen über Kitzingen oder eben über Nachhaltigkeit“, erklärt Sarah Porter. „Manches erfolgt durch Rätsel, anderes durch Quizfragen, wieder anderes durchs Straßenkartenlesen... Manchmal muss man auch einfach mal die Augen aufmachen und sich umsehen, denn die Hinweise sind versteckt.“

Virtuelle Schnitzeljagd

Bei der virtuellen Schnitzeljagd werden alle 17 Nachhaltigkeitsziele einfach erklärt. Und da lag bei der Erstellung auch die Schwierigkeit: Das abstrakte und politische Thema Nachhaltigkeit so runterzubrechen, dass Kinder es verstehen und nachvollziehen können, schließlich betrifft es sie ja auch. „Das war schon ein bisschen tricky“, erzählt Sarah Porter lachend. Dagegen sei es nicht schwer gewesen, Beispiele zu finden, denn es gebe in der Stadt viele engagierte Menschen und viele Projekte. Caroline Wirsing, die sich für die solidarische Landwirtschaft engagiert und das Kleidertausch-Café durchführt, habe hier viele Tipps gegeben. Zudem gibt es in Kitzingen ja beispielsweise auch Wohnanlagen oder Grünflächen, an denen sich andere Themen aus dem Bereich der Nachhaltigkeit beschreiben lassen. Sehen die Kinder solche Beispiele, sind die Ziele für sie eher greifbar.

„Die Aufgaben sind ein bisschen knifflig, ein bisschen spaßig, interessant und ein bisschen lustig“, verspricht Sarah Porter. Am Ende wissen die Teilnehmer ganz sicher mehr als vorher. Doch beim Wissen allein soll es nicht bleiben. „Wir geben auch Tipps, was man selbst tun kann, um das Ganze zu unterstützen.“

Porter rät, dass die Eltern mit ihren Kindern auf Schnitzeljagd gehen. Zum einen, weil sie dann gemeinsam mit ihren Kindern Spaß haben und sogar selbst noch einiges lernen. „Und nur so kann man mit den Kindern auch mal über die Themen philosophieren und erfahren wie die Kinder darüber denken.“ Und natürlich, fügt Sarah Porter schmunzelnd an, dürfen die Erwachsenen auch selbst gehen, ohne Kinder. Denn auch wer Kitzingen schon kennt, kommt beim Actionbound neuen Aspekten auf die Spur.

Actionbound „Nachhaltiges Kitzingen“

Was? Ein Actionbound ist eine App, mit deren Hilfe man eine Schnitzeljagd anlegen und „programmieren“ kann. Sie bietet die Möglichkeit die Stationen durch Quizfragen, Schätzfragen, Bilderrätsel, Richtungspfeile, Straßenkarten, Fotoaufgaben usw. zu verbinden. „Man braucht nur ein Handy, um als Gruppe gehen zu können und auch nur einen kleinen Moment lang Internet, dann kann es schon losgehen“, erklärt Sarah Porter von JungStil. Im Vergleich zur klassischen Schnitzeljagd bietet der Actionbound den Vorteil, dass man auch Informationen mit reinpacken kann und dass jeder unabhängig von einer Erklärung oder einem Startdatum mitmachen kann.

Wie: Der Actionbound zur Nachhaltigkeit in Kitzingen ist bereits online geschaltet. Start ist über den QR-Code möglich: actionbound.com/bound/jungstil-nachhaltigeskitzingen

Die virtuelle Schnitzeljagd startet am Parkplatz am Bleichwasen und endet am Kreisacker auf dem Gartenschaugelände. Sie dauert etwa 60 bis 75 Minuten. Die Teilnahme ist kostenlos.

Mit wem: Gedacht ist der Actionbound für Kinder im Alter von acht bis etwa 13 Jahren. Das JungStil-Team rät, dass sie gemeinsam mit ihren Eltern auf Tour gehen sollten. Wer möchte, kann auch mit Sarah Porter und Stefanie Löffler losziehen – die geführte Tour findet am 31. Juli statt. Eine Tour beginnt um 11 Uhr, die zweite um 11.15 Uhr. Treffpunkt ist jeweils an der Holztreppe am Bleichwasen. Anmeldung per Email über ferienpass@jungstil-kitzingen.de oder telefonisch unter 09321/24409.