Die Gerüchte gibt's schon lange. Jetzt ist es sicher: Die „Norma“ im Schwalbenhof – das letzte größere Geschäft für Lebensmittel und Haushaltsbedarf in der Kitzinger Altstadt – ist von der Schließung bedroht. Zwar gibt es keiner der Beteiligten offen zu, aber auf Nachfrage dementiert auch niemand, dass der Pachtvertrag ausläuft und bisherige Weiter- sowie Neuverhandlungen zu keinem Ergebnis geführt haben. Das hat nun zahlreiche Innenstadt-Bewohner mobilisiert. Sie wollen für ihre Nahversorgung kämpfen. Deshalb versammelten sie sich am Mittwoch vor der „Stadt-Norma“ und verschafften ihren Belangen Gehör.
Die Gerüchte gibt's schon lange. Jetzt ist es sicher: Die „Norma“ im Schwalbenhof – das letzte größere Geschäft für Lebensmittel und Haushaltsbedarf in der Kitzinger Altstadt – ist von der Schließung bedroht. Zwar gibt es keiner der Beteiligten offen zu, aber auf Nachfrage dementiert auch niemand, dass der Pachtvertrag ausläuft und bisherige Weiter- sowie Neuverhandlungen zu keinem Ergebnis geführt haben. Das hat nun zahlreiche Innenstadt-Bewohner mobilisiert. Sie wollen für ihre Nahversorgung kämpfen. Deshalb versammelten sie sich am Mittwoch vor der „Stadt-Norma“ und verschafften ihren Belangen Gehör.
Ein Armutszeugnis
Sie sehen die Stadtverwaltung in der Pflicht. Ein Argument: Man könne nicht einerseits auf eine schicke Innenstadt setzen und schöne neue Wohnungen bauen lassen – wie beispielsweise die „Kitzinger Brauhöfe“ –, ohne die zentrale Versorgung der Bürger mit Lebensmitteln und Haushaltsbedarf sicherzustellen.
„Ich bin auch deshalb in die Altstadt gezogen, weil ich hier alles zu Fuß erreichen kann und nicht immer das Auto nehmen muss“, betont Renate Dörr. Zwei- bis dreimal pro Woche kauft die 46-Jährige eigenen Angaben zufolge bei „Norma“ Grundnahrungsmittel. Wenn – nach dem Kupsch am Marktplatz – nun auch noch diese Einkaufsmöglichkeit wegfallen würde, wäre das ein Armutszeugnis für die Stadt, findet sie.
„Darauf angewiesen“
Besonders schlimm träfe es ältere Bürger, deren Mobilität eingeschränkt ist. „Für uns sind die anderen Geschäfte zu weit weg, auch der frühere Comet auf der anderen B8-Seite“, sagt Elisabeth Guckenberger, die mit einem Rollator unterwegs ist. Gisela Schulz-Röser empfindet das ähnlich. Ihr Mann ist nicht mehr mobil und sie will ihn nicht allzu lange daheim allein lassen. Sie selbst fährt aus gesundheitlichen Gründen auch nicht mehr mit dem Auto. „Ich bin darauf angewiesen, dass ich in der Nähe einkaufen kann. Aber Kitzingen macht es unserer Generation ganz schön schwer.“
Das empfindet Brigitta Brückner ähnlich. Auch die 77-Jährige ist regelmäßige Kundin der „Stadt-Norma“. Ebenso wie Adelheid Haneberg: „Da heißt es immer, man soll den Kitzinger Einzelhandel unterstützen; aber wie, wenn alles zumacht?“
Hüsne Temiz fragt sich ebenfalls, wo sie im Fall des Falles alles Nötige für ihre Familie kaufen soll. Sie meint, die kleinen türkischen Läden könnten ein Geschäft wie „Norma“, wo es vom Spülmittel bis zur Butter alles gibt, höchstens teilweise ersetzen.
Nicht nur für die Kitzinger, sondern auch für Touristen, etwa Radfahrer und Wohnmobilisten, sei es übel, wenn sie sich nicht direkt in der Stadt mit dem Lebensnotwendigen eindecken können, gibt Elisabeth Porzelt zu bedenken. Hermine Trabert sieht das genauso: „Zu uns ins Café kommen oft Leute, die wissen wollen, wo sie schnell ein paar Lebensmittel kaufen können.“