Der 50. Geburtstag des Lions Club Kitzingen war bereits 2020, doch Corona machte der Jubiläumsfeier einen Strich durch die Rechnung. Diese Feier und damit den Auftakt für weitere Veranstaltungen holte der Club um Präsident Dietrich Oechsner nun auf dem Gartenschaugelände nach, verbunden mit der Übergabe des Kunstwerkes "Connected – Verbunden!" des Dettelbacher Bildhauers Roger Bischoff.

Anlässlich seines Jubiläums hatte der Club einen geeigneten Künstler gesucht, der ein Kunstwerk für den Freizeitpark am Main schaffen könnte. So wurde Roger Bischoff gefunden, der aus British Columbia stammt und seit etwa 30 Jahren in Schernau lebt. Bei der Übergabe sagte Bischoff, dass er immer gezeichnet und gemalt habe und sich der Steinbildhauerei verschrieben habe. Sein Schwerpunkt sei, menschliche Züge und Eigenheiten darzustellen.

Hilfsaktionen und kulturelle Projekte fördern

Die weltweit engagierte Lions-Bewegung wurde 1917 von Melvin Jones in Amerika gegründet. 1970 gründete sich der Lions Club Kitzingen, der heute etwa 40 Mitglieder hat. Der Club steht für zahlreiche Hilfsaktionen im sozialen Bereich und die Förderung kultureller Projekte. Die bekannte Hadeloga-Figur am Kitzinger Gustav-Adolph-Platz schenkte der Club der Stadt 1996 zu seinem 25-jährigen Bestehen. Weitere Stiftungen waren die originalgetreue Wiederherstellung des Fassadenschmucks an der Kreuzkapelle sowie die Restaurierung der Kiliansfigur auf dem Marktbrunnen. Zudem bringt sich der Club mit Benefizkonzerten, dem Lions-Markt im Rathaus sowie der Flüchtlingsbetreuung ins Stadtleben ein.

Ehrenmitglied Walter Vogt merkte in seiner Ansprache an, dass der Club mit seinen ansehnlichen Leistungen und vielfältigen Hilfsaktionen zu einer Institution in der Stadt geworden sei. Es gehe nicht vorrangig um die Frage, was getan worden sei, sondern um die Überlegung, was noch getan werden könne oder müsse, um Not zu lindern.

Wenn es mit dem Kunstwerk gelinge Besuchern des Freizeitgeländes Freude zu vermitteln und Anregung zum Nachdenken zu geben und Anschub zu geben für zwischenmenschliche Kommunikation und sich gegenseitig Hilfe zu leisten, dann wäre der Wunsch des Clubs mit dem Geschenk an die Stadt und damit ihre Bürger erfüllt.

Bürger aus 108 Nationen leben in Kitzingen

Oberbürgermeister Stefan Güntner dankte namens der Stadt für die laufende Unterstützung und die Skulptur im besonderen, die nun das Gartenschaugelände bereichere. Er lud zu intensivem Betrachten ein. Wie er "Connected" übersetzte, sollte die Skulptur eine Verbindung zwischen den Bürgern aus 108 Nationen in Kitzingen herstellen.

Dekanin Kerstin Baderschneider sieht in dem Kunstwerk eine Umarmung, die zeig,  wie wesentlich Begegnung sei. Sie erinnerte an das Gemälde von Michelangelo, auf dem die Hand Adams sanft vom Finger Gottes berührt werde.

Die gezeigte Verbindung gebe ein gutes Gefühl, erklärte Stadtpfarrer Gerhard Spöckl. Es tue gut, sich die Skulptur genau anzusehen und immer neue Einzelheiten zu entdecken. Beide Geistlichen segneten die aus Eichenholz aus dem Steigerwald gefertigte Skulptur.

Verbundenheit mit Patenclub aus Österreich

Lions-Distrikt-Governor Walter Swoboda unterstrich, der Club in Kitzingen habe es trotz aller Widrigkeiten geschafft sein Clubleben aufrecht zu erhalten. Er überreichte einen Scheck und einen Erinnerungswimpel des Districts Nordbayern mit dem Motto: "Jung und Alt – gemeinsam älter werden". Das sehe er mit dem Kunstwerk umgesetzt.

Grüße überbrachte ferner Alfred Hrusca aus Perg (Österreich), dem Patenclub Kitzingens. Bischoffs Werk stehe auch für Verbundenheit, wie sie in jährlichen Treffen in 40 Jahren gewachsen sei. Im Lionsclub spendiere man seine Freizeit, man opfere sie nicht.

Spink begleitete die Feierstunde musikalisch.