Zum Artikel "Neue Idee fürs Volkacher Freibad: Wasser mit Schilf reinigen" vom 27. Juli sowie zu zwei Parteinotizen unter dem Titel "Weisgerber macht dem Volkacher Freibad Mut" vom 3. August und "FDP-Abgeordndete zu Besuch in Volkach im Freibad" vom 8. August erreichte die Redaktion folgende Zuschrift.

Die Entscheidung über eine zügige Sanierung des Volkacher Freibads sollte aufgrund der Wahlversprechen und mehr als fünf Monate nach Zusage der beantragten Fördergelder längst getroffen sein.

Welche Bedeutung das Volkacher Freibad nicht nur für das gesundheitliche Wohlbefinden und als Ort gesellschaftlicher Begegnung, sondern ebenso für die Entlastung der Altmainufer hat, wurde manchem politisch Verantwortlichem erst in den letzten Wochen wieder bewusst. Trotzdem unterstützen einige die Idee eines Umbaus des Volkacher Freibads zu einem Naturbad mit Schilfkläranlage.

Doch braucht Volkach neben dem Main noch ein Naturbad? Naturbäder können bei manchem Stadtkämmerer aufgrund der geringeren Bau- und Betriebskosten schnell auf Begeisterung stoßen. Auch wenn Schwimmbäder wie viele kulturelle Einrichtungen in der Regel Zuschussbetriebe sind, sollten allerdings die Nachteile eines Naturbades nicht verschwiegen werden. Generell ist der Personaleinsatz aufgrund des erhöhten mechanischen Reinigungsaufwands intensiver. Aus medizinisch-hygienischer Sicht sind einer biologischen Wasseraufbereitung gerade an heißen Tagen mit hohen Besucherzahlen Grenzen gesetzt. Ob ein solches Naturbad dann zur Entspannung am Altmain beitragen könnte, ist fraglich.

Umgekehrt sind einer temperierten Wassertemperatur an Tagen mit geringer Sonnenstrahlung ebenfalls Grenzen gesetzt. Eine konstante Wassertemperatur von 27 Grad Celsius wie etwa im Nichtschwimmerbecken des Gerolzhöfer Freibad ist in einem Naturbad nicht möglich. Die Folgen für die Besucherzahlen wären absehbar. Daher führt hier die stets wiederholte Formel des Volkacher Bürgermeisters, eine Bad-Sanierung müsse zukunftsfähig und wirtschaftlich sein, in die Sackgasse: das Freibad ist nicht nur ein Kostenfaktor, sondern vielmehr eine Investition mit einem gesellschaftlichen Mehrwert für die Mainschleife, der schwer in Euro messbar ist.

Letztlich zeigt eine zukunftsgestaltende Bad-Sanierung aber auch, dass dieser Stadtrat ebenso die Interessen der jüngeren Generation im Blick hat. Nicht nur die Bundestagsabgeordnete Anja Weisgerber würde sich freuen.

Thomas Neuner
97332 Volkach