Leserforum: Brunnen für die Landwirtschaft

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Zu Berichten aus dem Stadtrat Iphofen: Iphofens Ratssitzungen sind geprägt von fadenscheinigen Argumenten. Bittet der Bürgermeister dann zur Abstimmung, fahren im Hampelmann-Prinzip die Arme der Räte wie am Faden gezogen hoch.

Iphofens Ratssitzungen sind geprägt von fadenscheinigen Argumenten. Bittet der Bürgermeister dann zur Abstimmung, fahren im Hampelmann-Prinzip die Arme der Räte wie am Faden gezogen hoch.

„Julius-Echter – Spitzbub und Schlächter“, diese Volksweisheit verriet mir einer der zahlreichen Anrufer, die sich mit meinem Antrag der Umbenennung in Iphofen solidarisch zeigten. Ein anderer will seine Kinder in Wahrhaftigkeit erziehen und erklärt seiner fünfjährigen Tochter, Echter war ein „böser Mensch“. Mend sieht „keine Notwendigkeit“ zur Umbenennung – sehr dürftig für einen als wortgewandt bekannten Bürgermeister.

Ist er wohl vor sich selbst erschrocken, nachdem er in der Iphöfer Bürgerversammlung die Kirche als Feigenblatt vor sich hielt? Wer sich der Selbstreinigung verschließt, wird die harte Bürste von außen kennenlernen – siehe Armenien-Türkei, siehe die Richard-Rother-Diskussion usw.

Viele Landwirte haben Brunnen, die sie zur Wasserversorgung von Vieh und Hof nutzen. Ich kenne im Gebiet Iphofen aber keinen, der damit sein Feld bewässert. Der Bürgermeister vergleicht Äpfel mit Birnen.

Der Klimawandel trifft die fränkische Trockenplatte schon jetzt – und wird sich verstärken. Seit 2011 liegt mir die Genehmigung zur Brunnenbohrung vom Wasserwirtschaftsamt Aschaffenburg vor. Bedingung ist u.a. „es kann lediglich soviel Grundwasser entnommen werden, wie im langjährigen Mittel auf den zur Verfügung stehenden Grundstücken neu gebildet wird“.

In der Sitzung malte der Stadtrat und Bio-Landwirt Gerhard Heubach das Zerrbild südspanischer Verhältnisse wie in Almeria an die Wand, wenn Bauern ihre Felder bewässern. Nach eigenem Bekunden silierte er in 2014 sein Haferfeld, weil durch die Frühjahrstrockenheit die Verunkrautung zu groß war. Frühjahrssaaten im Bio-Anbau brauchen oberflächen- und zeitnah Wasser, um sich gegen Unkraut zu etablieren.

Ein 50-Hektar-Biobetrieb erhält 30 000 Euro Subventionen. Verstehen wir Biobauern diese Gelder als Auftrag des Steuerzahlers, hochwertige Lebensmittel zu erzeugen oder lehnen wir uns mit dem Finanzpolster im Rücken zurück?

Stefan Lenzer
97346 Iphofen-Dornheim

Vorschaubild: © Foto: Thomas Obermeier