"Herzlich willkommen zur schönsten Sitzung des ganzen Jahres", wandte sich Albertshofens Bürgermeister Horst Reuther an die geladenen Gäste der Jahresschlusssitzung des Gemeinderats. Für eine Frau war es nicht die schönste Sitzung des Jahres: Katharina Riedel. Denn mit der Kommunalwahl am 15. März 2020 ist Schluss mit ihrer kommunalpolitischen Tätigkeit.

In den vergangenen Monaten und Jahren hatte es Differenzen in der SPD-Fraktion, für die die pensionierte Lehrerin im Gemeinderat gesessen hatte, gegeben. Zunehmend wurde der Bruch zwischen ihr und den anderen Fraktionsmitgliedern offenbar und auch mit der Bundespolitik in der Großen Koalition war Katharina Riedel nicht mehr einverstanden. Deswegen trat sie vor vier Jahren aus der SPD aus.

Als Konsequenz kandidiert die 65-Jährige für 2020 nicht mehr. "Auf einer anderen Liste anzutreten, entspräche nicht meinem Naturell", sagte Katharina Riedel auf Nachfrage dieser Redaktion. Ergo: Kein Listenplatz, keine Gemeinderatsarbeit mehr nach 24 Jahren im Ratsgremium. Dabei ist sie außerdem seit 2008 als Stellvertreterin des Bürgermeisters. "Ich hätte mir keine bessere und zuverlässigere Stellvertreterin wünschen können, es ist sehr schade, dass du kommendes Jahr deine Gemeinderatskarriere beendest", wandte sich Horst Reuther an Katharina Riedel. Ihr werde es trotzdem nicht langweilig in der Zukunft, denn familiär und im häuslichen Bereich seien einige Aufgaben zu bewältigen.

Vier Baugrundstücke werden ermöglicht

Horst Reuther begrüßte neben den Gemeinderäten und Pfarrer Otto Gölkel den Verwaltungsgemeinschafts-Geschäftsstellenleiter Dieter Pfister und seine Mitarbeiterin Doreen Bretschneider sowie die ehrenamtlichen Mitarbeiter und erstmals den neuen Gemeindemitarbeiter Sven Hollenbacher. Zum Kreis der Geladenen gehörten auch Cindy Reitmeier und Axel Ehliger, die seit geraumer Zeit das Kassieren und die Abrechnung des Wohnmobilplatzes übernehmen. "Ich bin der einzige Null-Euro-Jobber", zitierte der Bürgermeister Axel Ehliger, der diese Arbeit umsonst erledigt und auch das Landesamt für Statistik versorgt.

Das Amt habe nichts mehr zu bemängeln gehabt, seitdem Axel Ehliger den Job macht. Das Ortsoberhaupt ging auf größere Projekte wie die Sanierung der Gartenlandhalle und der Waldstraßen-Immobilien ein. Mit den Restarbeiten in der Mainsondheimerstraße würden vier Baugrundstücke ermöglicht, "was von vielen sehnlichst erwartet wird", so Horst Reuther. "Wir werden uns im Gemeinderat und mit den Bürgern noch mit dem ILE MainLand beschäftigen", erklärte Horst Reuther. Denn die Gemeinde war heuer die interkommunale Allianz "Mainland" mit den weiteren Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Kitzingen, Buchbrunn, Biebelried, Mainstockheim und der Stadt Dettelbach eingegangen.

Großer Dank an alle Ehrenamtlichen

Wie Horst Reuther informierte, laufe die Neugestaltung des Rathaus-Innenhofs. Der Bürgermeister verabschiedete außerdem die Reinigungskraft Petra Will, die 28 Jahre in der Grundschule und der Gartenlandhalle gereinigt hatte, in den Ruhestand. Derzeit laufen die Planungen für die Umgestaltung des Rathaushofes, ein neues Baugebiet werde angestrebt, die Friedrich-Hiller-Straße werde samt der Wasserleitung erneuert und am Kindergarten kommt eine Erweiterung für eine Regelgruppe.

Horst Reuther dankte den Anwesenden für ihr Engagement für die Dorfgemeinschaft. "Mein Weihnachtswunsch ist, dass es auch im kommenden Wahljahr so bleibt", sagte das Ortsoberhaupt  "Ich richte heute letztmals in dieser Runde das Wort an euch", meinte Katharina Riedel, als sie Horst Reuther ein gutes Zeugnis ausstellte. Sie freute sich für jeden, der ein offenes Wort pflege, sich für das Dorf einsetze und das Leben in Albertshofen wertvoll mache. Das Schlusswort gehörte Pfarrer Otto Gölkel, der daran erinnerte, dass Gott für alles zu danken sei.