Sanierung der Kläranlage oder vielleicht doch ein Abwasserkanal zur Kitzinger Kläranlage? Das war die entscheidende Frage in der Sitzung des Marktgemeinderates am Dienstagabend, als es um die Reinigung des Abwassers in den kommenden Jahren und Jahrzehnten ging.

Im Rat war man sich einig, dass die Sanierung der Kläranlage absolute Priorität genießt und dafür auch die Voraussetzungen geschaffen werden sollen. „Wir kommen deshalb um ein Vergleichsgutachten nicht herum“, lautete das Fazit von Bürgermeister Karl Höchner.

Er verlas aus dem Schreiben des Wasserwirtschaftsamtes Aschaffenburg, dass die 1977 in Betrieb genommene Anlage die verschärften wasserrechtlichen Anforderungen teilweise nicht erfüllt. Der Vorfluter Bimbach sei abflussschwach und schon aufgrund des Alters seien umgehende Arbeiten nötig. Zudem müsse bei einer Sanierung auch eine Anlage für den Nitratabbau einrichten.

Umbau ist eine Alternative

Das Amt teilte weiter mit, dass wegen des Alters und Bauzustandes des Klärwerks vom Würzburger Planungsbüro Auktor im Mai 2016 die Planung für eine einstufige Belebungsanlage mit einer Größe für 2500 Einwohner zu Kosten von rund 2,8 Millionen Euro erstellt wurde.

Bei der Begutachtung erfolgte auch eine Überprüfung der Abflüsse in den Bimbach durch einen Gewässerkundler. Die Folge: Aufgrund des reduzierten Mischungsverhältnisses wurde die Beteiligung des bayrischen Landesamtes für Umwelt (BLfU) vorgeschrieben.

Das kam zu dem Schluss, dass aus Gründen des Gewässerschutzes deutlich besser wäre, wenn das Abwasser in ein leistungsfähigeres Fließgewässer oder zu einer leistungsfähigere Kläranlage fließe. Deshalb sei eine fundierte Kostenvergleichsrechnung für die verschiedenen Varianten notwendig. Nur, wenn die Kosten einer Ableitung nicht angemessen sind oder eine Ableitung nicht möglich, sollte die Einleitung vor Ort in Betracht gezogen werden.

Das Wasserwirtschaftsamt stellte daraufhin weitere Messungen und Berechnungen an, „inwieweit bei einer sanierten Anlage das Ziel der europäischen Wasserrahmenrichtlinie eingehalten werden kann“. Das Amt kam zu dem Schluss, „dass der Umbau der Kläranlage und die Einleitung in den Bimbach bei Einhaltung der vorgeschriebenen Werte grundsätzlich eine Alternative ist“.

Wirtschaftliche Lösung

Nach den Vorgaben des Landesamts für Umwelt ist nun diese Kostenvergleichsrechnung für Umbau der Kläranlage oder den Anschluss an Kitzingen zu erstellen. „Und nur wenn die Kosten einer Anschlusslösung nicht angemessen sind, ist aus fachlicher Sicht eine Einleitung in den Bimbach möglich“, heißt es beim Amt. Es verweist auch darauf, dass bei der Überprüfung der Fördermöglichkeit die unterschiedlichen Förderschwellen zu beachten sind „und grundsätzlich ist nur eine Förderung der wirtschaftlichsten Lösung möglich“.

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