Fitnessstudio clever fit erhöht Mitgliedsbeiträge - Verbraucherzentrale widerspricht
Autor: Isabel Schaffner
Kitzingen, Montag, 14. November 2022
Eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge zum 1. November 2022 bei einem Kitzinger clever-fit-Studio ohne Vorabinformation sorgt für Ärgernis unter Mitgliedern. Das Studio beruft sich auf sein Recht. Doch die Verbraucherzentrale entkräftet die Argumente.
- Fitnessstudio clever fit Kitzingen erhöht Mitgliedsbeiträge einseitig
- Enttäuschtes Mitglied vermisst Information und plant Kündigung
- Fitnessstudio beruft sich auf Gesetz und "Störung der Geschäftsgrundlage"
- Verbraucherzentrale äußert sich zu Begründung und Rechten der Verbraucher
Wie muss ein Fitnessstudio seine Mitglieder informieren, wenn es die Preise erhöht? Ein Leser aus dem Raum Kitzingen hat sich mit dieser Frage an inFranken.de gewandt. Er habe eine derart große Enttäuschung erlebt, dass er plane, seinen Vertrag zu kündigen. Die Franchisenehmer des Studios wehren sich gegen die Vorwürfe.
Clever-fit-Studio in Kitzingen erhöht Beitrag unangekündigt - Mitglied sieht das nach Abbuchung auf Kontoauszügen
Seit dem 1. September 2021 sei der Mann, mit dem inFranken.de sprach und der anonym bleiben möchte, Mitglied in einem clever-fit-Studio in Kitzingen. Zum November 2022 habe es dann die für ihn erste Erhöhung gegeben, berichtet er am Freitag (4. November 2022). Die Franchise-Fitnesskette war vor wenigen Wochen wegen einer Drehkreuz-Regelung in einem Studio in Minden in die Schlagzeilen geraten. Wer diese passierte, stimmte laut der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) einer Preiserhöhung zu. Zuvor hatte das Studio demnach per Mail und Aushang auf die Erhöhung aufmerksam gemacht.
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Das Landgericht (LG) Augsburg verbot der Clever Fit GmbH laut dem Verband daraufhin generell diese Praxis. "Da gab es wenigstens einen Aushang, dass man mit dem Passieren den Vertrag bestätigt. Davon habe ich in meinem Fall nichts mitbekommen", so das empörte Mitglied aus Kitzingen. Nur auf den Kontoauszügen habe er den sieben Euro teureren Betrag von 32 Euro statt vormals 24,90 Euro entdeckt. "Das ist noch mal eine Nummer dreister", findet er.
Auf Anfrage bei der Servicekraft an der Anmeldung, ob es sich um eine Fehlbuchung handele, sei dies verneint worden. Steigende Energiekosten sei die Begründung gewesen, mehr habe er nicht erfahren können, schildert er. Er habe einen Zettel mit Bitte um Klärung hinterlegt, "doch bis dato hat mich offiziell noch niemand mit der Begründung kontaktiert."
Fitnesstudio sieht "wirtschaftlichen Zwang" wegen gestiegener Kosten
Nach Ansicht der Verbraucherzentralen haben Kunden und Kundinnen in derartigen Fällen ein Sonderkündigungsrecht. Auch er wisse davon, "aber es ist ja schon abgebucht. Ich hatte keine Möglichkeit, zu widersprechen oder von einem Sofortkündigungsrecht Gebrauch zu machen. Ich war etwas entsetzt, dass es so einfach ist, das SEPA-Mandat zu nutzen und den Preis zu erhöhen". Sein Fazit: "Ich werde zum Ende des Monats kündigen und mir ein neues Fitnessstudio suchen."
Auf Anfrage von inFranken.de äußern sich die Franchisenehmer in einer schriftlichen Stellungnahme: "Uns geht es derzeit ähnlich wie vielen anderen Betrieben - die erheblich gestiegenen Energiekosten, die Kosten für Material und gestiegene Lohnkosten führen dazu, dass wir die aktuellen, wirklich sehr günstigen Mitgliedsbeiträge so leider nicht fortführen können", heißt es dort.