Kämmerer wünscht sich mehr Personal: Derzeit nur ein Kämmerer für acht Haushalte in der VG Kitzingen

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Die in Bau befindliche Wasserenthärtungsanlage in Mainstockheim wird nun doch die geplante Außenfassade erhalten. Einsparungen hier würden auch die Wärmedämmung des Gebäudes beeinträchtigen.
Robert Haass

Da waren sie schon ein wenig stolz, die Mainstockheimer Gemeinderätin und -räte am Donnerstagabend bei der Verabschiedung des Haushalts für das laufende Jahr, als Kämmerer Michael Schmitt die Gemeindeschulden präsentierte: Von gut 2,5 Millionen Euro sind sie seit dem Jahr 2015 auf nun gut 1,3 Millionen Euro gesunken und die pro Kopf Verschuldung nähert sich so langsam dem Landesdurchschnitt. "Da haben wir richtig gute Arbeit geleistet", resümierte 2. Bürgermeister Rolf Menger.

Da waren sie schon ein wenig stolz, die Mainstockheimer Gemeinderätin und -räte am Donnerstagabend bei der Verabschiedung des Haushalts für das laufende Jahr, als Kämmerer Michael Schmitt die Gemeindeschulden präsentierte: Von gut 2,5 Millionen Euro sind sie seit dem Jahr 2015 auf nun gut 1,3 Millionen Euro gesunken und die pro Kopf Verschuldung nähert sich so langsam dem Landesdurchschnitt. "Da haben wir richtig gute Arbeit geleistet", resümierte 2. Bürgermeister Rolf Menger.

Ob das allerdings auch in den kommenden Jahren so bleiben wird, das ist fraglich. Denn die Rücklagen sind weitgehend aufgebraucht und weitere Investitionen der Gemeinde stehen an. Mit rund 60.000 Euro moderat ist der Kredit für das kommende Jahr, wie der Kämmerer prognostiziert und das wird auch nur dann fällig, wenn heuer alles wie geplant umgesetzt wird. Noch allerdings stehen Kosten etwa für die Bergstraße, das Gasthaus Stern, Stützmauern oder auch Sandspitze und Lohweg nicht in der mittelfristigen Finanzplanung. "Da muss sich der Gemeinderat Gedanken machen, was tun und was nicht", so Schmitt.

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Noch sieht die Finanzplanung rosig aus

Für das Jahr 2022 sieht die Finanzplanung aber noch rosig aus, kann sich Mainstockheim mit einer Zuführung in Höhe von knappen 600.000 Euro alles Vorgenommene auch leisten. Die Rücklagenentnahme in Höhe von gut 1,5 Millionen Euro ist der voraussichtliche Überschuss aus dem Vorjahr und dient dazu, vor allem die Wasserenthärtung mit 1,25 Millionen Euro, aber auch Kläranlagenreparatur, Sanierungsmaßnahmen an der Schule oder Grundstückskäufe für die Erweiterung des Baugebiets Wunn zu finanzieren. Insgesamt hat der einstimmig verabschiedete Etat ein Volumen von gut neun Millionen Euro, der sich aus je rund 4,5 Millionen Euro aus dem Verwaltungs- und Vermögenshaushalt zusammen setzt.

Damit wurde der Haushalt rund zwei Wochen früher beraten, als im Vorjahr, aber immer noch weit über die Jahresmitte hinaus. Dazu gab Kämmerer Michael Schmitt gleich zu Beratungsbeginn eine kurze Stellungnahme ab, in der er feststellte: In der VG Kitzingen gebe es nur einen Kämmerer für acht Haushalte, für acht Rechnungsprüfungen und acht Jahresrechnungen. Mehr Personal in der Kämmerei könnte Entspannung bringen, werde aber regelmäßig in der Gemeinschaftsversammlung nicht umgesetzt.

Sparen ja, aber an der richtigen Stelle

Sparen ist schön, sollte aber an der richtigen Stelle erfolgen. Und da sind die Mainstockheimer Rätin und Räte wohl ein wenig übers Ziel hinaus geschossen: Auf die Wandverkleidung bei der gerade in Bau befindlichen Wasserenthärtungsanlage zu verzichten, würde zwar Geld sparen, stößt aber auf Widerspruch der Baufirma, da die Außenfassade einerseits Teil der Tekturplanung ist, ein neuer Bauantrag dann nötig. Andererseits enthält sie aber auch die Wärmedämmung. Ohne die kann es zu Kondenswasser kommen, was einerseits hygienisch problematisch ist, andererseits auch die Elektrik gefährdet. Die Folge: Ein Rückzieher.

Das gilt nicht für eine weitere Idee: Photovoltaik auf der Anlage. Das trägt das Dach, der Strom kann weitgehend in Gebäude verbraucht werden, soll also gemacht werden.

Gemacht werden soll auch die Beteiligung an der Entwicklung eines Kilmaschutzkonzeptes der Stadt Dettelbach, das, wenn möglich, auf die gesamte ILE ausgeweitet werden soll. Mainstockheim ist einstimmig dabei.