Die Panik-Party in Großlangheim steigt in dieser Nacht wieder. Im Aufenthaltsraum der Polizeiinspektion Kitzingen sitzen die ersten Jugendschutz-Kontrolleure und warten auf ihre Kollegen. Sie sind vom Kreisjugendring und vom Landratsamt. So nach und nach stoßen immer mehr hinzu. Nachdem alle versammelt sind, erläutert Einsatzleiter Frank Werb von der Polizeiinspektion Kitzingen den Ablauf der Kontrollen am heutigen Abend.
"Wir schauen darauf, dass die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden. Natürlich kümmern wir uns um stark alkoholisierte Jugendliche und überwachen die Fete im Ganzen", gibt Frank Werb seine Anweisungen heraus.

Dann geht es in Polizei- und Privatautos nach Großlangheim. Es werden zwei Teams gebildet, die sich aufs Festgelände begeben. Dort herrscht schon dank des Traumwetters und der tollen Live-Musik eine Wahnsinnsstimmung. Vor 24 Uhr lassen es die zwei Kitzinger Security-Gruppen noch relativ locker angehen. Nur bei Besuchern, die sehr jung aussehen, lassen sie sich die Personalausweise zeigen. Nach Mitternacht machen die Mitglieder des Jugendschutz-Teams Ernst. Denn ab diesem Zeitpunkt gilt: ohne den "Wisch", die Erziehungsbeauftragung, kein Einlass.

Jugendliche unter 18 Jahren müssen die Veranstaltung verlassen. Wer dennoch länger auf der Party bleiben will, kann sich eine Vereinbarung zur Übertragung der Erziehungsberechtigung von den Eltern auf eine Person über 18 Jahren ausstellen lassen. Dank der guten Arbeit des Sicherheitspersonals und der peniblen Kontrollen am Eingang spürten die Mitglieder der Polizeistreife nur einen Jugendlichen auf, der umgehend von seinen Eltern abgeholt werden musste. Er hatte keinen "Wisch", war aber der Meinung, dass er, da er am Tag zuvor bei der Veranstaltung geholfen hatte und am Abend ohne Eintritt reingehen durfte, auch so lange bleiben könnte.

Die Mädchen sehen jünger aus als sie sind

In freudiger Erwartung haben Lisa Pfeuffer, Telma Ziegler, Jessika Grobe und Tamara Med schon bei der Einlasskontrolle gute Stimmung. Sie sind zwischen 19 und 20 Jahre alt - nur sieht man ihnen das nicht an. Deswegen werden sie, so erzählen sie, immer noch regelmäßig bei Veranstaltungen auf ihr Alter hin überprüft. Sie finden die Kontrollen wichtig und gut. "Eigentlich ehrt uns das, dass wir immer noch unsere Personalausweise zücken müssen", erklärt eine der vier Freundinnen.

Kurz nach 2 Uhr gab Frank Werb das Ende der Kontrolle bekannt und man machte sich wieder auf den Weg nach Kitzingen.

Erfahrene Kräfte

Tanja Meeder, Jugendamtsleiterin im Landratsamt Kitzingen, zeigte sich sehr zufrieden. "Die Kontrollen waren sehr gut organisiert. Man merkt, dass hier sehr erfahrene Kräfte am Arbeiten sind. Es wurde gut kontrolliert, dadurch gab es kaum Verstöße gegen den Jugendschutz."

Sachgebietsleiter ist auch zufrieden

Keinen Grund zum Meckern hatte auch Helmut Meyer, Sachgebietsleiter Öffentliche Sicherheit und Ordnung am Landratsamt Kitzingen. Er hatte sich vor der Fete sämtliche Auflagen für Großveranstaltungen bei seinem Rundgang über das Gelände angeschaut und stichprobenartig kontrolliert. Meyer ging es darum, dass die Notausgänge, Fluchtwege und die Zufahrtswege für die Rettungskräfte frei, Notbeleuchtung und Notstromaggregat vorhanden und genügend Sicherheitsleute vor Ort waren. All dies sei zufriedenstellend erledigt gewesen, berichtete Meyer.

Auch Frank Werb konnte nicht klagen. Bei Veranstaltungen, bei denen es in den vergangenen Jahren Probleme mit Jugendlichen gegeben hatte, schauen die Verantwortlichen im Landkreis Kitzingen besonders genau hin, sie haben da ihre Erfahrungen. "Selbstverständlich nehmen wir auch andere Veranstaltungen, Diskotheken oder auch Musikfestivals in unsere Kontrollen mit auf", erklärt Werb.

Die meisten Jugendlichen hätten Verständnis für die Kontrollen. Nur wenn sie stark alkoholisiert seien oder sich in einem Zustand der Hilflosigkeit befänden, werde es etwas komplizierter. Die Polizei müsse sie zu den Eltern bringen. Diese reagierten mehr oder weniger überrascht und verdutzt, wenn sie mit dieser Situation konfrontiert werden, sagt Werb. Manchmal müssten besonders ausfällige Jugendliche in Gewahrsam genommen werden. Aber in Großlangheim blieb es heuer recht friedlich.