Investoren entdecken Kitzingen
Autor: Siegfried Sebelka
Kitzingen, Mittwoch, 10. Februar 2016
Bürgerbräu-Gelände, Fetzer-Grundstück, Tankstelle am Rosengarten, Baywa-Silos: Die Namen stehen für geplante Bauprojekte in und am Rand der Kitzinger Innenstadt.
Bürgerbräu-Gelände, Fetzer-Grundstück, Tankstelle am Rosengarten, Baywa-Silos: Die Namen stehen für geplante Bauprojekte in und am Rand der Kitzinger Innenstadt. Wo einst Gewerbe und Handel blühten, entstehen Wohnungen der gehobenen Klasse.
Bisher sind es Voranfragen, Entwürfe, erste Skizzen und meist noch keine konkreten Baupläne. Dennoch ist bemerkenswert, was dem Kitzinger Stadtrat in letzter Zeit präsentiert wurde. Vier Projekte innerhalb kurzer Zeit (siehe Infokasten). Zufall oder nicht?
„Den Trend zu hochwertigen Wohnungen gibt es schon länger“, sagt der Kitzinger Bauamtsleiter Oliver Graumann. Jetzt sei er in Kitzingen angekommen. Wobei Graumann feststellt, dass die Nachfrage schon immer da war. Bisher habe aber das Angebot gefehlt, gerade in der Innenstadt.
Das soll sich ändern. Immer mehr Investoren kommen auf das Bauamt zu und lassen sich beraten. „Wir helfen da gerne und schieben auch an, wo es möglich ist“, sagt Graumann.
Das Ergebnis kann man teilweise schon besichtigen: Einige größere Wohnprojekte wie in der Flugplatzstraße oder an der Farbmühle in Etwashausen sind abgeschlossen oder stehen vor der Fertigstellung.
Dass die Beratung im Bauamt ankommt, wurde bei der Präsentation der Pläne für die 38 Wohnungen im Bürgerbräu-Gelände ebenso deutlich wie bei der Vorstellung der Projekte am Rosengarten oder im Baywa-Silo. Es gab durchgehend Lob für das Bauamt. Einziger Ausreißer: Das Projekt auf dem Fetzer-Gelände. Hier gingen die Meinungen von Bauamt („Da wäre städtebaulich mehr drin gewesen.“), der Eigentümer und Investoren ganz offenbar auseinander. Dennoch wurde das Vorhaben von einer deutlichen Mehrheit im Stadtrat durchgewunken.
Dass Kitzingen plötzlich attraktiv wird, begründen Fachleute einmal mit dem Mangel an Bauplätzen und den sehr hohen Preisen in Würzburg. „Die Leute zieht es in den Speckgürtel rund um Würzburg“, sagte ein Immobilienmakler am Rande der jüngsten Stadtratssitzung. Dazu kommt, dass Immobilien angesichts der niedrigen Zinsen für viele weiter ein Thema sind.