Am Montag gaben Mitarbeiter der Firma Econtec und Bürgermeister Lothar Nagel (FCW) den Startschuss für die DSL-Versorgung des kleinen Dorfes an der B 22. Nagel zeigte sich glücklich, dass endlich auch die Düllstädter Bürger und Unternehmer von den multimedialen Möglichkeiten des Anschlusses profitieren können.

Mit dem Unternehmen P2systems/Econtec hat die Gemeinde einen Partner mit ins Boot geholt, der bei der Versorgung seiner Kunden auf Richtfunk setzt. Das funktioniert so: Das vom Schwanberg aus gesendete DSL-Signal wird von einem zehn Meter hohen Mast, der am Ende des Mühlwegs in Düllstadt installiert wurde, eingefangen. Per Glasfaserkabel geht die Leitung weiter zu einem DSLAM-Schaltkasten an der Einmündung des Mühlwegs in die B 22. Von dort wird das Signal über das vorhandene Kupferkabel der Telekom zu den Verbrauchern weitergeleitet. Econtec-Kunden können sich jetzt über eine 6000er beziehungsweise 16 000er DSL-Leitung freuen.

Nagel erinnerte daran, dass nach dem Anschluss von Ger-lachshausen, Hörblach, Münsterschwarzach, Schwarzenau und Stadtschwarzach Verhandlungen mit der Telekom im Jahr 2008 wegen einer DSL-Versorgung von Düllstadt aufgenommen wurden. Laut Nagel war es Ziel, Düllstadt entlang der B 22 mit einem Glasfaserkabel anzubinden. "Allerdings war der Preis der Telekom für Düllstadt mit damals rund 110 000 Euro enorm hoch", berichtet der Bürgermeister. "Das war unwirtschaftlich." Ein Leer-Rohr zwischen Stadtschwarzach und Düllstadt, das die Gemeinde zur Verfügung hätte stellen müssen, hätte diese Anschlusskosten zwar auf 51 000 Euro gesenkt. Weil für alle anderen Ortsteile insgesamt nur 17 000 Euro investiert wurden, sah der Gemeinderat auch diese Lösung noch als finanziell nicht tragbar an. Auch nach weiteren Alternativen mit anderen Versorgern habe man gesucht. "Leider ergab eine nähere Prüfung immer wieder, dass für Düllstadt kein Anschluss zur Verfügung gestellt werden kann", sagt Nagel.

Schwarzach nahm folglich am Markterkundungsverfahren teil und stellte mit Gemeinderatsbeschluss vom Oktober 2010 einen Antrag im Rahmen des Förderprogramms "Breitbandinitiative Bayern". P2systems/Econtec machte das Rennen und der Förderbescheid der Regierung von Unterfranken ging im Mai 2011 bei Nagel ein. Fast zwei Jahre dauerte es, bis die Leitungen für ein flottes Internet nun endlich stehen. Der Bürgermeister hofft jetzt darauf, dass sich alle Düllstädter, die vor geraumer ihr Interesse an einem DSL-Anschluss bei der Gemeinde bekundeten, das Angebot auch wahrnehmen. Über Wurfzettel wurden alle Haushalte über das Prozedere von Anmeldung und Kündigung aufgeklärt.