Hoch bei Rind und Tief bei Milch
Autor: Von unserem Mitarbeiter Peter Pfannes
Dettelbach, Donnerstag, 14. Januar 2016
Der Rinderzuchtverband Franken und der Milcherzeugerring Unterfranken haben Bilanz gezogen. Sie ist sehr unterschiedlich ausgefallen.
„Die Bekämpfung von Erbfehlern macht Fortschritte, wird aber weiter auch finanzielle Anstrengungen erfordern“, sagte Albrecht Strotz bei der gemeinsamen Jahresmitgliederversammlung von Rinderzuchtverband (RZV) Franken und Milcherzeugerring (MER) Unterfranken in Dettelbach.
Der Zuchtleiter betonte, dass der RZV Franken eine führende Position bei der Zucht natürlich hornloser Rinder einnehme. Bei der Ausrichtung der Fleckviehzucht bleibe es bei der Zucht harmonischer Tiere, wobei neben der Milch- und Fleischleistung vor allem auf die Gesundheit als wichtigstes Leistungsmerkmal größter Wert gelegt wird, so der Zuchtleiter.
Etwa 150 Mitglieder waren zu dem Treffen in die Frankenhalle gekommen. Positive Zahlen vermeldete RZV-Geschäftsführer Werner Hauck in seinem Jahresbericht. Die Mitgliedsbetriebe hätten im Berichtsjahr 2014/15 den höchsten Umsatz seit der Verbandsfusion erzielt. Der Umsatz sei auf 22,7 Millionen Euro gestiegen, was ein Plus von 10,9 Prozent bedeute. „Damit zählt unser Verband zu den größten Vermarktungseinrichtungen in Bayern“, sagte Hauck.
Auf die Steigerung der Vermarktungszahlen über alle Gattungen hinweg auf 35 500 Tiere im vergangenen Jahr könnten alle Verbandsmitglieder stolz sein. Zwei Drittel des Umsatzes stammt aus der Kälbervermarktung, je 13 Prozent aus dem Großviehmarkt und dem Export, sowie elf Prozent aus der Stallvermarktung. Einmalig in Bayern sei die Vermarktung von 350 Zuchtbullen. Hauck sieht die positiven Zahlen als ein Zeichen dafür, „dass unsere Mitglieder ihren Verband schätzen und ihm vertrauen“.
Noch vor einem Jahr sei man im RZV vorsichtig mit Prognosen gewesen im Hinblick auf den Wegfall der Milchkontingente und der unsicheren Tierseuchenlage im Export. „Jetzt können wir uns über das hervorragende Jahresergebnis freuen“, resümierte der Geschäftsführer und richtete den Blick nach vorne: „Wir sollten die Entwicklung weiter beobachten und die Weichen mit der Planung der Weiterentwicklung der Großviehvermarktung in diesem Jahr in die richtige Richtung stellen.“
Tief beim Milchpreis
Im Gegensatz zur Rinderzucht war laut Wolfgang Holzinger 2015 für die Milcherzeugung kein gutes Jahr. Der fachliche Leiter vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Würzburg referierte über die Leistungsentwicklung im MER und konstatierte ein historisches Tief beim Milchpreis. Rückläufig sind die Zahlen bei den Mitgliedsbetrieben (aktuell 582, ein Minus von 36 Betrieben) sowie bei den Kühen (aktuell 25 817, ein Minus von 625 Kühen). Bei der Milchleistung in Bayern erzielte Unterfranken den höchsten Leistungsanstieg (250 Kilogramm). Mit fast 8000 Kilogramm liegt die Leistung auf Rang zwei im Freistaat.
Mitglieder geehrt
Auszeichnungen vom MER gab es für die Besitzer von Tieren mit über 100 000 Kilogramm produzierter Milch: Rudolf Scheller (Euerfeld), Alexander Fischer (Mittelsinn), Dieter Öhrl (Hohnhausen), Hubertus Brenneis (Breitenbuch), Markus Hartmann (Frauenroth), Thomas Blöthner (Unterwestern) und Holger Zeller (Völkersleier).