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Hellmitzheim glänzt beim Bezirksentscheid


Autor: Gerhard Krämer

Hellmitzheim, Mittwoch, 28. Juni 2017

Bei schönem Wetter kann sich jedes Dorf in bestem Licht präsentieren, Hellmitzheim schafft es auch bei Regen. Dafür gab es beim Dorfwettbewerb Gold.
Die Bewertungskommission beim Bezirksentscheid des 26. Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft – Unser Dorf soll schöner werden“ schaute sich – bei Regen – intensiv im Iphöfer Ortsteil Hellmitzheim um und war voll des Lobes.


Bei schönem Wetter kann sich jedes Dorf in bestem Licht präsentieren, bei Regen wird es da schon schwieriger. Aber für Hellmitzheim war dies kein Problem, auch unter solchen Umständen der Bewertungskommission beim Bezirksentscheid des 26. Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft – Unser Dorf soll schöner werden“ den Ort in all seinen Facetten zu zeigen. Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal für den Iphöfer Ortsteil, denn bei den anderen unterfränkischen Orten hatte es nicht geregnet. Schließlich überzeugte das Dorf die Jury: Hellmitzheim erhielt neben Großbardorf (Lkr. Rhön-Grabfeld) eine Goldmedaille. Damit haben sie sich für den Landesentscheid qualifiziert.

Mit Schirmen ausgerüstet

Im Gegensatz zu den aufziehenden dunklen Wolken verdüsterten sich die Gesichter der Hellmitzheimer, die bei der Gemeindewiese neben dem evangelischen Pfarrhaus warteten, nicht. Punktgenau zum Eintreffen der Jurymitglieder mit Nikolai Kendzia (Gartenbauzentrum Bayern Nord, Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kitzingen) an der Spitze, kam auch der lang ersehnte Regen. Um es vorweg zu nehmen: Der Regen begleitet die Kommission bis kurz vor Schluss der Begehung. Doch die Bürger hatten vorgesorgt und für alle, die keinen dabei hatten, einen Schirm bereitgestellt. Nach einem musikalischen Willkommensgruß und der Begrüßung durch Landrätin Tamara Bischof und Bürgermeister Josef Mend durch das Dorf.

Diashows:

Hellmitzheim hat Zukunft
Hellmitzheim hat Zukunft
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Gut gestärkt durchs Dorf

Gestärkt mit Honig-, Schinkenbrot, Forellenmus, Wildbratwurst und Käsewürfel – Symbole für die Vielfalt der Landwirtschaft – und Hellmitzheimer Gebäcktalern erlebte die Jury die Dorfgemeinschaft, die schon allein durch die Vorbereitungen zum Kreis- und zum Bezirksentscheid gewonnen hat.

Ländliche Idylle, alte Kulturlandschaft, Hutewälder, sanierter und aktiver Ortskern, vorausschauende Dorfentwicklung mit Einbindung der Landwirtschaft und der Gewerbetreibenden, die Umnutzung von Gebäuden, der eigene Kindergarten, das Bürgerhaus für alle, das rege Vereinsleben und natürlich die Fledermäuse: All das und noch viel mehr zeigten engagierte Bürger der Kommission.

Besonders gestaltete Broschüre

„Kreativität, Achtsamkeit. Fleiß und Liebe zum Heimatort sind überall spürbar.

Deswegen sagen wir: Hellmitzheim ist ausgezeichnet, Hellmitzheim ist Zukunft“, heißt es in der für den Wettbewerb erstellten Broschüre, welche bei der Jury großes Lob fand, nicht nur wegen ihres außergewöhnlichen Formats von rund 15 mal 15 Zentimetern, was an den Werbeslogan „quadratisch, praktisch, gut“ einer Schokolade erinnerte.

Fakten lebendig gemacht

Jury-Mitglied Dorit Bollmann (zuständig für das Dorf in der Landschaft) ging da das Herz auf, denn die Broschüre zeigte nicht menschenleere Straßenzüge oder Häuser, sondern die Menschen im Ort und machte an ihnen die Geschichte, die Fakten über das Dorf lebendig.

„Wie ein Schiff liegt Hellmitzheim in einem Meer von Acker- und Wiesenflächen“, zitierte Bollmann aus der Broschüre, griff den Vergleich auf und bestätigte, dass Hellmitzheim viele versunkenen Schätze aus dem Meer gehoben habe, wie die Hutewälder zum Beispiel. Sie ist sich sicher, dass sich – mit Blick auf die Eingrünungen – alles weiterhin gut entwickle.

Lebendiges Vereinsleben

„Ihr seid gut aufgestellt“, fasste Bürgermeister Friedel Heckenlauer (Stadtlauringen) sein Ergebnis zum Bewertungsbereich „Entwicklungskonzepte – wirtschaftliche Initiativen“ zusammen. Voll des Lobes war auch die stellvertretende Bezirksbäuerin Anette vom Berg-Erbar (Soziale und kulturelle Aktivitäten). Das rege Vereinsleben sei hautnah spürbar und die Landwirtschaft werde nicht als Störfaktor empfunden.

Auch würdigte sie das Bemühen, die jüngere Geschichte zu dokumentieren. In den zwölf Dörfern habe die Bewertungskommission elf Kirchen angeschaut, „ein Gebet wäre das I-Tüpfelchen gewesen“, sagte sie. Nun war in Hellmitzheim eigentlich ein Kanon geplant gewesen, der aber wegen des engen Zeitplans dann weggelassen wurde. So gab es weder Segen noch Gebet, dafür aber ein herzerfrischendes Lied über den Ort von den Flummies, was durchaus als Loblied durchgeht.

Verluste des Kriegs nicht mehr spürbar

„Sie haben vieles richtig gemacht“, lobte Bauoberrätin Daniela Kircher (Baugestaltung und Bauentwicklung) die Bürger, denn die Verluste in der Bausubstanz durch den Krieg seien nicht mehr spürbar. „Ich habe das Gefühl, dass die Fledermäuse auch Ihnen Flügel verleihen“, sagte sie. Über die Jugend im alten Gebäude des Bürgerhauses, in dem auch das Flatterhaus und die Musik sind, geriet sie ins Schwärmen. Ebenso über das lebendig machende Grün im Ort, über das Neubaugebiet. „Die Liebe sieht man bis ins Detail“, lobte sie.

„Ich habe eigentlich nicht viel zu meckern“, zeigte sich auch Hilmar Keller (Grüngestaltung und Grünentwicklung) mehr als zufrieden. Zum Friedhof merkte er an, dass man dort bitte keine Gräber mit Kies zulassen sollte.

Goldmedaille in den Händen

„Das Lob tut uns gut, die Kritik nehmen wir an“, sagte Bürgermeister Josef Mend, wobei er betonte, dass man bei vielen der Anregungen schon auf dem Weg sei. Mend sprach ebenfalls ein dickes Lob aus. Egal wie es ausgehe, die Dorfgemeinschaft habe insgesamt gewonnen. Und am Ende hat Hellmitzheim das auch – und die Bürger können sich über die Goldmedaille freuen.