Druckartikel: Hellmitzheim arbeitet an seiner Fitness

Hellmitzheim arbeitet an seiner Fitness


Autor: Gerhard Krämer

Hellmitzheim, Sonntag, 16. Oktober 2016

Ist der Iphöfer Ortsteil Hellmitzheim preisverdächtig? Der Rundgang der Jury zum 26. Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ könnte der Anfang gewesen sein.
Die „Flummies“, die kleinsten Sänger des Ortes, begrüßten die Gäste mit einem Ständchen.


„Leute von außen schauen auf den Ort.“
Mechthild Engert über einen Vorteil des Wettbewerbs

Wer durch den Iphöfer Ortsteil Hellmitzheim einfach hindurchfährt, der verpasst etwas. Das Dorf bietet viel Schönes, Interessantes und Außergewöhnliches. Vieles von dem kam beim Rundgang der Jury zum 26. Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ ans Licht.

Schon einiges erreicht

Auch für Einheimische hat die Teilnahme auf Kreisebene am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ schon einiges gebracht. „Als wir uns zusammengesetzt haben, staunten wir über das Vorhandene selbst“, sagte zum Beispiel Wolfgang Schneider. Dass Hellmitzheim der einzige Teilnehmer beim Kreisentscheid war, war bei der Begehung am Freitag mit der Fachjury nebensächlich, die aktive Dorfgemeinschaft hatte sich ins Zeug gelegt und ihren Ort ins rechte Licht gerückt.

1#googleAds#100x100

„Schön ist es bei uns in Hellmitzheim, sprach die Kuh zu dem Stinkeschwein“, sangen die „Flummies“, die kleinsten Sänger des Ortes, in der Kirche. Angelika Dornberger und Steffi Götz hatten das Lied mit ihnen einstudiert und so mancher summte es noch beim Verlassen der Kirche.

Zu diesem Zeitpunkt hatte die Jury unter der Leitung von Kreisfachberaterin für Gartenkultur und Landespflege, Mechthild Engert, mit Bürgermeister Elmar Henke (Sommerach), seit 2016 Vorsitzender der Bundeskommission des Wettbewerbes, Kreisbäuerin Anette vom Berg-Erbar, Gabriele Schenk (Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kitzingen), Kreisheimatpfleger Karl-Heinz Wolbert, Monika Weidt (Kreisverband für Gartenbau und Landespflege), Regionalmanagerin Maja Schmitt, Kreisbaumeister Joachim Gattenlöhner und Dieter Lang (Fachkraft für Naturschutz am Landratsamt Kitzingen) wohl schon einen solchen Eindruck bekommen.

Nicht nur Blumen

Längst geht es bei dem Wettbewerb nicht mehr um die schönste Blütenpracht im Ort, um die schönsten Malerwinkel oder Fassaden. Vielmehr geht es um das Engagement der Dorfgemeinschaft, um deren Kreativität, Leidenschaft und Einfallsreichtum, Projekte für ein attraktives Leben im Dorf zu verwirklichen. Und davon bekam die Jury reichlich zu sehen.

Nur ein Teilnehmer

Dass wie vor drei Jahren mit Mainstockheim sich heuer mit Hellmitzheim wieder nur ein Ort beworben hat, schreckt Mechthild Engert nicht. Sie gibt sich zuversichtlich. In einigen Gemeinderäten wie zum Beispiel Seinsheim war sie persönlich, viele Gespräche mit Bürgermeistern hat sie geführt und dort Interesse geweckt für eine Teilnahme, wenn vielleicht erst in drei oder sechs Jahren. Natürlich möchte jeder gewinnen oder zumindest gut dastehen. Doch dieser Wettbewerb bietet mehr. „Leute von außen schauen auf den Ort und man bekommt ein Feedback“, so Engert.

Viel erreicht worden Über die Städtebauförderung sei viel für die Fitness von Hellmitzheim erreicht worden, drückte es Bürgermeister Josef Mend sportlich aus und gab sich für den weiteren Wettbewerb sehr optimistisch. Sein Stellvertreter Ludwig Weigand übernahm dann die zweistündige Führung der Jury durch das Dorf. Einige Beispiele

Weigand oder die jeweiligen Eigentümer selbst stellten sanierte und in Wohnraum umgewandelte Hofstellen vor, erläuterten den helleren, freundlicheren Straßenasphalt und die öffentliche Anbindung, zeigten das Baugebiet mit vielen Obstbäumen und das von der Bebauung freigehaltene Tal.

Landwirt Günter Brehm berichtete, dass er sich von der Stadt und ihrem Förderprogramm habe überzeugen lassen, den geplanten Bullenstall auszulagern. So bestehe nun die Möglichkeit, auf diesem Areal später Bauplätze zu schaffen.

Schreiner und Schlosser sind im Ort, eine Bäckereiverkaufsstelle und ein Getränkemarkt, das Atelier des Fotografen Günther Fischer und die Spezialfirma von Martin Langmeier, die Glassonderanfertigungen herstellt und schon den Papst beliefert hat.

Viele Informationen

Informationen gab es zur Feuerwehr, zur Hellmitzheimer Maschinengemeinschaft, zum Kirchweihbrauchtum, über die Nutzung des ASV-Sportheims, den Friedhof und das kirchliche und musikalische Leben in der Gemeinde sowie über den Wiederaufbau nach dem Krieg. Und natürlich über die Sanierung des ehemaligen Jägerhauses, wo Wohnraum für anerkannte Flüchtlinge geschaffen wird, und das Bürgerhaus mit vielfältiger Belegung und der Fledermausausstellung.

Guter Eindruck

„Eine sehr gut strukturierte ländliche Gemeinde, die vielfächrig aufgebaut ist“, kleidete Elmar Henke den Gesamteindruck in Worte. Der ordentliche Zustand des Dorfes hänge mit Respekt vor den Vorfahren und den Nachkommen zusammen, ist er überzeugt. Es seien sich in der Gemeinschaft viele Gedanken um die Weiterentwicklung gemacht worden. Gemeinschaftlich bereitet sich das Dorf nun auf den Bezirksentscheid im nächsten Jahr vor.