Gratis parken mit der Volkacher Sanduhr
Autor: Svenja Kloos
Volkach, Sonntag, 25. Sept. 2016
Einfach die Uhr an die Scheibe kleben und 15 Minuten kostenlos parken in Volkach. Wer glaubt, dabei schummeln zu können, der sollte sich warm anziehen.
Mal eben schnell beim Bäcker Brötchen holen, ein Rezept in der Apotheke abgeben oder auf einen Sprung beim Metzger vorbeischauen – bislang musste in Volkach für jede noch so kurze Besorgung ein Parkschein gezogen werden. Mit der Einführung der Parksanduhr wird sich das ab dem ersten Oktober ändern: Sie garantiert eine Viertelstunde Gratisparken überall dort im Stadtgebiet, wo sonst ein Ticket hinter die Scheibe müsste.
Das Logo muss oben stehen
Das Prinzip ist einfach – die Uhr wird mit einem Saugnapf an der Scheibe der Fahrer- oder Beifahrerseite befestigt und umgedreht. Das aufgedruckte Logo muss dabei immer oben stehen, der Sand muss also von der markierten in die nicht markierte Hälfte fließen. Ist das nicht der Fall, gibt?s ein Knöllchen. „Sonst könnte jeder die Sanduhr ja beliebig oft umdrehen, ohne dass es jemand merken würde“, erklärt Marco Maiberger, Leiter der Touristinformation. Auch sollte der Fahrer sich davon überzeugen, dass der Saugnapf wirklich an der Scheibe hält. Denn wenn die Uhr runterfällt, wird wie beim Parken ohne Parkschein eine Strafe fällig. Ist der Sand durchgelaufen, muss ein reguläres Ticket nachgezogen werden. 1#googleAds#100x100
Hinweistafeln werden an Automaten angebracht
Marco Maiberger appelliert an die Autofahrer, sich an diese Spielregeln zu halten. „Sie bekommen künftig 15 Minuten Parkzeit geschenkt. Da wäre es einfach ärgerlich, wenn sie im Zweifelsfall anfangen, mit dem Verkehrsüberwachungsdienst zu diskutieren.“ Die Ausrede, von den Regelungen nichts gewusst zu haben, gilt übrigens nicht. Zu jeder Sanduhr wird eine Benutzungsanleitung verkauft, außerdem hängen Hinweistafeln an den Parkautomaten.
Idee aus Baden-Württemberg übernommen
Mit der Einführung der Uhren sei die Stadt laut Maiberger Vorreiter in Bayern. Der Gewerbeverband Volkacher Mainschleife habe schon länger eine „Brötchentaste“ für Kurzparker im Sinn gehabt – eine Umstellung der Automaten hätte allerdings einen fünfstelligen Betrag gefordert. „Stadträtin Ingrid Dusolt hat mich dann auf das Konzept mit den Sanduhren aufmerksam gemacht, das es in einer Gemeinde in Baden-Württemberg schon seit mehreren Jahren gibt“, berichtet der Verbandsvorsitzende Klaus Hart. Im März stimmte der Stadtrat für die Idee, seitdem haben Gewerbeverband, Stadt und Touristinformation gemeinsam an der Umsetzung gearbeitet.
Kosten sollen durch Verkauf gedeckt werden
Die Einführung der kleinen Uhren kostet inklusive Gestaltung und Werbeaktionen zwar ebenfalls rund 10.000 Euro – diese Summe soll jedoch durch den Verkauf gedeckt werden. Anlässlich des Straßenfestes am kommenden Freitag zum Ende der Hauptstraßensanierung werden die Parksanduhren dann erstmals am Stand der Touristinformation für vier Euro angeboten. Danach gibt es sie weiterhin im Rathaus sowie in teilnehmenden Geschäften. „Ich bin sicher, dass sich eine Anschaffung für Kurzparker schnell rentieren wird“, sagt Maiberger. „Letztendlich werden wir aber Erfahrungen sammeln müssen, wie die Nutzer in der Praxis mit den Sanduhren umgehen werden.“