Egal ob Küchenhilfe oder Verkäuferin im Backshop: Wer im Landkreis Kitzingen den gesetzlichen Mindestlohn bekommt, verdient seit Anfang Januar mehr Geld – und zwar 8,84 statt wie bisher 8,50 Euro pro Stunde.

Die erste Erhöhung des Mindestlohns seit seiner Einführung vor zwei Jahren, wie die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Unterfranken mitteilt.

Nachprüfen

Die NGG rät allen Mindestlohn-Beschäftigten deshalb, einen Januar-Lohn-Check zu machen und zu prüfen, ob die tatsächlich geleisteten Stunden und das Geld übereinstimmen. Denn häufig werden zum Beispiel Überstunden nicht bezahlt und das sei illegal.

Eine erste Bilanz

Eine jetzt erstellte Zwei-Jahres-Bilanz zum Mindestlohn zeigt darüber hinaus, dass seit seiner Einführung – entgegen vieler Erwartungen – mehr reguläre Arbeitsplätze im Landkreis Kitzingen entstanden sind. So waren Mitte des vergangenen Jahres rund 3,5 Prozent mehr Menschen beschäftigt als noch vor zwei Jahren. Gerade Hotels, Pensionen, Restaurants und Gaststätten im Landkreis haben mehr Personal eingestellt.

Die Gewerkschaft hat sich auch für den Mindestlohn stark gemacht, um die Situation der Frauen zu verbessern. Viele wurden mit Niedrigstlöhnen abgespeist, heißt es. Gerade sie profitieren jetzt von steigenden Löhnen. Außerdem seien im Kreis derzeit rund 170 Frauen weniger arbeitslos gemeldet als 2015.

Luft nach oben

Dennoch sieht der NGG-Geschäftsführer für Unterfranken, Ibo Ocak, noch „deutlich Luft nach oben“. Er spricht sich zunächst für eine Erhebung des Mindestlohns auf zehn Euro und anschließend auf mindestens 11,50 Euro pro Stunde aus, um auf lange Sicht Altersarmut zu verhindern.