Am 18. April wäre in Großlangheim die Ausbringung der RAK-Ampullen zur Verwirrung des Traubenwicklers gestartet. Normalerweise spazieren bis zu 100 Personen innerhalb zwei bis drei Stunden, darunter Winzer und Interessierte, durch die Großlangheimer Weinberge, um am Ende gemeinsam eine Brotzeit, Kaffee und Kuchen, und das eine und andere Glas Wein zu genießen. Durch die anhaltende Corona-Situation und die Abstandsregeln musste der Aushang dieses Jahr anders geregelt werden, heißt es in einer Pressemitteilung. In kleinen Gruppen, bestehend aus der eigenen Familie, wurden die Ampullen bereits in der letzten Woche ausgehängt. Die gemeinschaftliche Zusammenkunft entfiel, wird aber spätestens im nächsten Jahr umso größer ausfallen, so die Mitteilung.

Der Traubenwickler ist ein gefährlicher Schädling, der in fast allen europäischen Weinbergen vorkommt. Zur Begattungszeit legt er seine Larven in die Gescheine, die zukünftigen Trauben, ab. Die entstehenden Fraßschäden der Larven an den Trauben führen dazu, dass die Trauben nicht weiter zu Wein verarbeitet werden können, da die Grauschimmelfäule auftritt.

Mit dem aushängen der RAK-Ampullen erspart sich der Winzer bis zu drei chemische Behandlungen der Weinreben, fördert das Bodenleben und stört Nützlinge, wie Schmetterlinge und Bienen, nicht in ihrer aktiven Phase, so die Mitteilung.

Die Ampullen enthalten den Sexuallockstoff der weiblichen Tiere und verwirren die Männchen in der Begattungszeit, so dass keine Befruchtung und Eiablage stattfindet. Diese biologische Verwirrmethode benötigt ein großes, zusammenhängendes Gebiet, um zum Erfolg zu gelangen. Die Winzer vom Kiliansberg machen sich diesen biologischen Vorgang auf einer Fläche von 70 Hektar bereits seit elf Jahren zu Nutzen.