Gelebte Ehrfurcht vor dem Leben
Autor: lsl
, Dienstag, 01. Mai 2012
Staatliche Unterstützung für die Tierschutzvereine, eine Kastrationspflicht für Hunde und Katzen sowie der Kampf gegen den Handel mit so genannten Wühltischwelpen – das sind drei zentrale Forderungen von Tierschützern, hinter denen der Tierschutzverein Kitzingen, Stadt und Landkreis steht.
Staatliche Unterstützung für die Tierschutzvereine, eine Kastrationspflicht für Hunde und Katzen sowie der Kampf gegen den Handel mit so genannten Wühltischwelpen – das sind drei zentrale Forderungen von Tierschützern, hinter denen der Tierschutzverein Kitzingen, Stadt und Landkreis steht.
Deutlich wurde dies bei der Hauptversammlung des Vereins, der für das Tierheim in der Kaltensondheimer Straße zuständig ist. „Tierschutz ist Ehrfurcht vor dem Leben“ – Das war die Maxime für die Arbeit des Tierschutzvereins Kitzingen Stadt und Landkreis in den vergangenen zwölf Monaten, sagte der alte und neue Vorsitzende Gerd Menche und zog die Bilanz „einer Berg- und Talfahrt der Gefühle“. Es habe viele positive Erlebnisse, aber auch Momente der Wut gegeben, wenn man ansehen musste, wozu der Mensch gegenüber einer lebenden Kreatur fähig ist. Dennoch überwiege am Ende das Positive.
Gar nicht positiv sieht der Vorsitzende, der seit fast 25 Jahren im Amt ist, die Rolle des Freistaats in Sachen Tierschutz. Gemeinsam mit 117 bayerischen Tierschutzvereinen klage er an, dass Bayern die Tierheime nicht finanziell unterstütze. Immerhin gebe es Hilfen von Stadt und Landkreis. Die reiche aber nicht aus, um die Kosten für Versorgung, Pflege und Vermittlung der Tiere zu gewährleisten. Auch das Kitzinger Tierheim habe mit Kostensteigerungen und einer wegen der Wirtschaftskrise sinkenden Spendenbereitschaft zu kämpfen. Dennoch bleibe „das Tafelsilber des Vereins derzeit bis auf wenige Ausnahmen unberührt“. Menche forderte eine bundesweit einheitliche Regelung für die Kostenerstattung bei Fundtieren.
Mit der Kastrationspflicht für Hunde und Katzen sowie einer Kennzeichnung und Registrierung sprach Menche weitere Forderungen der Tierschützer an. Mit der Registrierung per Chip könnten die Tierheime 18 Millionen Euro im Jahr sparen, weil die Ausreißer schnell nach Hause kämen.
Ein weiteres Thema waren die so genannten Wühltischwelpen. Dem Handel mit den nur wenige Wochen alten und medizinisch nicht versorgten Hunden, von denen viele innerhalb weniger Wochen sterben, sagte Menche den Kampf an. Er forderte alle auf, Beobachtungen sofort der Polizei zu melden. Menche verwies auf einen seriösen Weg, über das Tierheim zu einem Hund zu kommen. Er betonte, dass die Kitzinger Tierschützer schon seit langem mit einem Online-Tiervermittlungsportal im Internet vertreten seien ( www.tierheim-kitzingen.de ).
Menche nutzte die Gelegenheit, seinen Mitstreitern zu danken. Dabei schloss er die Mitglieder ebenso ein wie die Mitarbeiter im Tierheim, die Spender, die ehrenamtlichen Gassigänger oder die, die das Herbstfest wieder zu einem Erfolg werden ließen. Am Ende forderte Menche die Mitglieder auf, sich nicht zu scheuen und Meldungen über Tierquälereien weiterzugeben und die Augen offen zu halten: „So kann jeder einen kleinen Beitrag leisten, dass die Symbiose aus Mensch, Tier und Natur auch in Zukunft Bestand haben wird.“
Dass die Kitzinger Tierschützer auf Kurs sind, zeigte das Ergebnis der Neuwahlen. Der Vorstand wurde bestätigt: Gerd Menche (erster Vorsitzender), Iris von Crailsheim (zweite Vorsitzende), Helga Baumeister (Schatzmeisterin), Ralf Gevensleben (Schriftführer – bisher kommissarisch) und Karl-Heinz Krehbiel (Kassenprüfer).