Für den Kreistag: Gold und Schmidt treten nicht mehr an

2 Min
Kandidaten: Sie treten für die ödp als Kandidaten für den Kreistag an. FOTO Robert Haaß

Ohne Kreisrätin Heidemarie Gold und Stadträtin Andrea Schmidt geht die Ödp ins Rennen um die Sitze im Kreistag. Bei der Nominierungsversammlung am Mittwochabend in Kitzingen verzichteten beide „Zugpferde“ auf eine Kandidatur.

Ohne Kreisrätin Heidemarie Gold und Stadträtin Andrea Schmidt geht die Ödp ins Rennen um die Sitze im Kreistag. Bei der Nominierungsversammlung am Mittwochabend in Kitzingen verzichteten beide „Zugpferde“ auf eine Kandidatur. Grund waren wohl Querelen im Kreisvorstand der Ökodemokraten, dem beide angehören.

Schon in seiner Begrüßungsrede hatte Kreisvorsitzender Jens Pauluhn auf den Konflikt im Parteivorstand hingewiesen: Zwar habe der Vorstand intensiv über den Vorschlag zu der Liste, die der Mitgliederversammlung zur Verabschiedung vorgelegt werden sollte, diskutiert, doch konnte vor allem über die fünf vorderen Plätze keine Einigung erzielt werden.

Zum einen gab es Unstimmigkeiten über die Reihung, zum anderen wollten wohl mehr als fünf Kandidaten auf die vorderen Plätze. 1#googleAds#100x100 Deshalb der mehrheitlich beschlossene Vorschlag des Kreisvorstands: Über Platz eins bis Platz fünf wird in der Nominierungsversammlung in Einzelabstimmung entschieden, über die restlichen Plätze nach dem vorgelegten Vorschlag im Block. Gleich nach Pauluhn meldeten sich Andrea Schmidt und Heidemarie Gold zu Wort.

Beide erklärten ihren Verzicht auf eine Kandidatur, beide mit der Begründung, dass es üblich sei, der Nominierungsversammlung eine komplette Liste zur Abstimmung vor zu legen. „Ich bin natürlich enttäuscht“, sagte Gold, „aber unter den Voraussetzungen kann ich nicht kandidieren“. Zudem kenne sie die vorgeschlagene Liste nicht und die acht Kandidaten für die ersten fünf Plätze seien ihr unbekannt. Mehrere Versuche einzelner Mitglieder, Schmidt und Gold umzustimmen, scheiterten.

„Wir befinden uns hier nicht in einer Vorstandsdiktatur“, begründete Pauluhn seinen Vorschlag mit der Kombination von Einzel und Blockabstimmung, der nach der Diskussion dann mit 22:6 Stimmen bei zwei Enthaltungen angenommen wurde. Einziger Kandidat für Listenplatz eins war Jens Pauluhn selber, der in seiner Bewerbungsrede auf die Notwendigkeit der Präsenz auch kleiner Parteien in Gremien hinwies. Der Kreistag bewege sich an der Grenze dazu, „dass das Harmoniebedürfnis größer ist, als der politische Gestaltungswille“.

In den vergangenen sechs Jahren hätten die beiden Ödp-Kreisräte mehr Redebeiträge geleistet als manch größere Gruppe. Wichtige Ziele für die kommenden Jahre sind die Arbeit gegen Lohndumping in kommunalen Einrichtungen und vor allem die Sanierung des Krankenhauses. Hier bezweifelt Pauluhn stark, dass der Kostenrahmen eingehalten wird. Pauluhn wurde mit vier Gegenstimmen gewählt.

In einer Kampfabstimmung setzte sich dann Rainer Trump gegen Oliver Schübert durch, der anschließend ohne Gegenkandidat auf Platz drei gewählt wurde. Bei der Wahl zu Platz vier war Sigrid Dostal gegen Volker Herrmann erfolgreich, der Platz fünf errang.

Nach der Wahl der Plätze sechs bis 55 stellte die Versammlung noch fest, dass die ersten fünf Kandidaten je zwei Mal auf dem Wahlzettel aufgelistet werden. „Das ist eine ganz neue Erfahrung für mich, so einen Wahlmarathon habe ich noch nicht erlebt“, sagte Pauluhn zum Abschluss, eh er das Wahlziel der ödp formulierte: Die Verdoppelung der Kreistagsmandate auf vier. 22 der 55 Kandidaten sind Frauen, also knapp 42 Prozent, zehn der Kandidaten jünger als 30 Jahre.

Die Ödp-Kandidaten für den Kreistag

Die Kandidaten: Jens Pauluhn (KT), Reinhart Trump (Martinsheim), Oliver Schübert (Schwarzach), Sigrid Dostal (Markt Einersheim), Volker Herrmann (KT), Friederike Kolb (Fröhstockheim), Thomas Schneider (Willanzheim), Günter Stadelmann (Endheim), Berkkan Kasikcioglu (KT), Herbert Pröstler (Dettelbach), Werner Müller (Markt Einersheim), Hannelore Vinzent, Debbi Dominski, Martin Günzel, Bianca Tröge, Siegfried Fröhling (a. KT), Helene Bausenwein (Buchbrunn), Harald Beck, Harald Weber (b. Albertshofen), Christiane Lindörfer, Lukas Pauluhn, Thomas Abendroth (a. KT), Karolin Hildner-Peters (Mainbernheim), Hinnerk Vincent (Kitzingen), Karola Trump (Martinsheim), Ilona Helgemeier (Enheim), Franziska Trump (Martinsheim), Ulf Katzenberger (Kitzingen), Dirk Bergner (Segnitz), Johannes Fellner, Sina Schmidt, Wolfram Soldan, Marion Langer, Hülya Kasikcioglu (a. KT), Andreas Gritschke (Iphofen), Berthold Ruffus (Markt Einersheim), Joachim Burger (KT), Matthias Lux (Fröhstockheim), Anita Weber, Johannes Benedikt Beck (b.

Albertshofen), Brigitta Ackermann (KT), Uwe Pörschke (Großlangheim), Jonas Burger, Elke Özdil-Schlichthörlein, Felix Pauluhn, Silvia Paulus-Hildner, Manuel Hildner, Martin Tröge, Elke Kreßmann, Doris Lux, Anja Röder (a. KT), Elke Dosch (Dettelbach), Agnieszka Migula, Bernhard Zielger, Alexander Stein (alle KT), Ersatz: Michael Hildner, Lena Pauluhn (b. KT).