Flüchtlingsunterkunft: Aus dezentral wird zentral

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Flüchtlinge und Asylbewerber werden nur noch zentral untergebracht – wie etwa hier im Innopark. Das Bild entstand zu Beginn der Belegung bei einem öffentlichen Rundgang im Jahr 2016.
Archiv-Foto: Frank Weichhan

Das Thema Asylbewerber und Flüchtlinge beschäftigte am Mittwochnachmittag den Kreisausschuss im Kitzinger Landratsamt gleich mehrfach.

Das Thema Asylbewerber und Flüchtlinge beschäftigte am Mittwochnachmittag den Kreisausschuss im Kitzinger Landratsamt gleich mehrfach. Zum einen ging es um einen Antrag der Ödp, die eine Resolution des Landkreises an den Bayerischen Landtag forderte. Die Forderung beinhaltete die Aufrechterhaltung von dezentralen Unterkünften.

Schnell zeigte sich – der Antrag lief ins Leere und wurde einstimmig abgelehnt. Der Grund für das Nein ist laut Landrätin Tamara Bischof simpel: Die Umwandlung von dezentral in zentral steht so im Gesetz – und muss vom Landkreis also entsprechend umgesetzt werden.

Aus der Not heraus

Wie die Landrätin zudem ausführte, seien die dezentralen Unterkünfte auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise aus der Not heraus entstanden, Vorfahrt hätten von Anfang an die zentralen Unterkünfte gehabt. Somit werde letztlich nach und nach der eigentliche Zustand wieder hergestellt.

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Aktuell leben noch 195 Menschen in dezentralen Unterkünften quer verteilt über den Landkreis. 85 von ihnen sind Asylbewerber. Die restlichen 110 sind anerkannt und damit so genannte „Fehlbeleger“. Das heißt: Sie müssten sich eigentlich auf dem normalen Wohnungsmarkt eine Bleibe suchen. So lange das aus Mangel an Wohnraum nicht klappt, dürfen die „Fehlbeleger“ zunächst in den Unterkünften bleiben.

Von 195 auf 80

Der Landkreis lässt die Mietverträge für die dezentralen Unterkünfte nach und nach auslaufen. Entsprechend verringern sich die Zahl der in den einzelnen Orten untergebrachten Menschen. Nach den momentanen Plänen sollen bis Ende Mai 2018 nur noch 80 Personen dezentral untergebracht sein.

Das Thema hat weitreichende Folgen – bis hin zu den Hausmeisterstellen. Im Jahr 2015 wurden hier drei neue Stellen für die dezentralen Unterbringungen sowie eine vierte Stelle als „Kümmerer“ geschaffen. Die Verträge der vier Mitarbeiter sind befristet und laufen Ende November dieses Jahres aus.

Da aber der Abbau der dezentralen Wohnungen nicht so schnell vonstatten geht, beschlossen die Räte, drei Stellen über den November hinaus zu verlängern. Zunächst bis Mai 2018. Ob es danach nach Personalbedarf gibt, müsse dann anhand der aktuellen Fallzahlen geprüft werden.