„Nixe“ am Main gefunden
Autor: Diana Fuchs
Kitzingen, Freitag, 12. Sept. 2014
Sie ist eine kleine Schönheit. Das muss man neidlos anerkennen. Grün-gelbe Augen mit einem kohlschwarzen Pupillen-Strich, schmaler Hals, lange Nägel: Sicher würde sich mancher Wasserschildkröten-Mann nach „Nixe“ umdrehen. Momentan lebt das Reptil-Weibchen jedoch allein in Kitzingen-Hoheim – in einem Wasserbottich, den Beate Zepter bereit gestellt hat, seit die Wasserschildkröte ihr quasi zugelaufen ist.
Sie ist eine kleine Schönheit. Das muss man neidlos anerkennen. Grün-gelbe Augen mit einem kohlschwarzen Pupillen-Strich, schmaler Hals, lange Nägel: Sicher würde sich mancher Wasserschildkröten-Mann nach „Nixe“ umdrehen. Momentan lebt das Reptil-Weibchen jedoch allein in Kitzingen-Hoheim – in einem Wasserbottich, den Beate Zepter bereit gestellt hat, seit die Wasserschildkröte ihr quasi zugelaufen ist.
Das war am Sonntag, bei einem Spaziergang in Mainstockheim. Beate Zepter, die über 30 Jahre lang in Mainstockheim gelebt hat, unternahm nach den Kirchweih-Festivitäten zusammen mit ihrer Freundin, deren Hund und dem eigenen Vierbeiner einen Spaziergang am Riedbach. „In der Giebelau, am Ortsrand von Mainstockheim, saß plötzlich das kleine Panzerwesen direkt vor uns auf der Straße“, erzählt die Tierfreundin, die zuhause eine Maurische Landschildkröte namens „Rambo“ hält. Der Neu-Hoheimerin war gleich klar: „Das Tier gehört hier nicht her. Wir können es nicht einfach sitzen lassen.“
Also nahmen die Frauen „Nixe“, wie sie die Wasserschildkröte später tauften, erst einmal in ihre Obhut. „Ich wäre ja auch froh, wenn sich jemand um meinen Rambo kümmern würde, wenn er abhanden käme“, erklärt Beate Zepter. Anrufe, unter anderem im Tierheim, brachten die Erkenntnis: Das Tier wird (noch) nicht vermisst.
Beate Zepter wandte sich an Sandra Malguth, die in ihrer Auffangstation in Hoheim aber nur Landschildkröten beherbergen kann. Malguth verwies Zepter an Anita Scheidig, Schwarzenau. In deren Auffangstation kann die Wasserschildkröte un-terkommen – wenn sich ihr Eigentümer nicht meldet. Genau das hofft Beate Zepter aber: dass „Nixe“ nur ausgebüxt ist, nicht ausgesetzt wurde und dass sie wieder in ein tierliebes Zuhause zurückkehren kann.
Ob das der Fall sein wird? Dieter Lang und Hartmut Bruck von der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt wissen, dass im Main mittlerweile so einige Wasserschildkröten leben, vor allem Rot- und Gelbwangen- sowie Schmuckschildkröten. Sie wurden meist ausgesetzt, weil sie einfach zu groß oder ihre Pflege zu aufwendig geworden ist.
„Viele Arten überleben den Winter offenbar ganz gut“, stellt Hartmut Brick fest, betont aber gleichzeitig: „Wasserschildkröten sind hier nicht erwünscht. Sie sind bei uns ursprünglich nicht heimisch und gefährden durch ihre Lebensweise seltene Tierarten. Sie verfälschen die heimische Tierwelt, indem sie zum Beispiel Jungfische wegfressen.“
Schildkröten auszusetzen, ist streng verboten – darauf weist der Naturschutzreferent explizit hin. Die Tiere stehen unter besonderem Schutz. „Wer eine Wasserschildkröte in freier Natur entdeckt, der uns das melden.“ Die Behörde unterhält eine Datenbank, die stets ergänzt wird. Immer mal wieder kommt es vor, dass sich Tier und Besitzer aufgrund der Registrierung wiederfinden. „Darauf hoffe ich auch“, sagt Beate Zepter und blickt „Nixe“ hinterher, die nach dem Fototermin blitzschnell wieder abtaucht.