Von wegen: besinnlicher Start in die Adventszeit. Hektik, Rempeln, blaue Flecken. Unkontrolliert kreischende Menschen. Sie ahnen es: Am Wochenende standen Weihnachtsmarkt-Besuche auf dem Programm. Power-Weihnachtsmarktgoing. Freitag Würzburg. Samstag Nürnberg. Sonntag kaputt im Sessel.

Gerade wird ja diskutiert, ob den Weihnachtsmärkten die Besinnlichkeit verloren geht. Antwort: längst passiert. Unfassbare Schlangen am Glühweinstand. Nie da gewesene Massenaufläufe. Ganze Kegelvereine verstopfen die Wege. Halb Asien auf Europatour. Haltlose Frauengruppen mit lustig leuchtenden Kopfbedeckungen torkeln einem entgegen – mehr Oktoberfest als Weihnachtsmarkt.

Wobei es in Würzburg im Vergleich zu Nürnberg durchaus noch gediegen zugeht. In Nürnberg läuft man nicht – man wird geschoben. An Stände, zu denen ich niemals wollte. Inzwischen gibt es sogar Sushi-Anbieter auf dem Christkindlesmarkt. Und Matroschkas. Das sind russische Holzfiguren, in denen immer kleinere Figuren stecken. Was noch putzig wäre, wenn auf den Figuren nicht das Antlitz von Angela Merkel prangen würde.

Sie sehen: Überleben auf einem Weihnachtsmarkt ist heutzutage gar nicht so einfach. Treiben Sie es nicht zu wild! Woran Sie merken, dass Sie Zu weit gegangen sind? Wenn Sie am nächsten Tag mit Kopfschmerzen und einem Zungenkuss aufwachen, die Augen aufmachen – und Sie der zottige Köter vom Glühweinmann abschleckt.