Irgendein Schelm hat in der Kitzinger Luitpoldstraße, in der Nähe der Luitpold-Passage, eine Münze auf dem Gehweg befestigt. Wahrscheinlich hat er Konrads Spezialkleber benutzt oder ein ähnliches Teufelszeug, jedenfalls bewegt sich das 20-Cent-Stück keinen Nanometer. Felsenfest pappt es da, seit Tagen schon, und bietet den Menschen, die nebenan wohnen oder arbeiten, ein schönes Schauspiel.

Manche Passanten verpassen dem Geldstück einen beherzten Fußtritt - was allerdings ziemlich schmerzhaft und schlecht fürs Schuhleder ist. Die meisten nähern sich eher vorsichtig. Sie bücken sich, berühren die Münze erst sachte, dann fordernder, bis sie am Ende mit hochrotem Kopf daran rütteln.

Auf allen Vieren

Im Lauf der Woche haben viele ihr Glück versucht. Eine Gruppe Jugendlicher wollte den Erfolg zunächst mittels Hebelwirkung einer Camping-Gabel erzwingen. Die Gabel brach. Danach kam ein Taschenmesser zum Einsatz. Vergeblich. Gestern trieb ein kleines Kind seinen älteren Begleiter - wohl seinen Opa - zum Einsatz auf allen Vieren an. Trotz aller Leidenschaft: Die Kohle blieb hart, auch dann, als der Senior mit seinem Spazierstock darauf herumhämmerte.

Wer aber hat das Corpus Delicti eigentlich im Boden verankert? Und warum? Der erste Verdacht fällt auf Peter, den engagierten Straßenreiniger - vielleicht wollte er auf diese Art endlich einmal allen zeigen, dass sein Einsatz für die Innenstadt ein geldwerter Vorteil ist?

Witzbolde von gegenüber

Oder filmt vielleicht gerade heimlich ein Team von „Verstehen Sie Spaß?“ in Kitzingen? Am verdächtigsten sind die Mitarbeiter des Fastnachtmuseums. Sie sind von Natur aus Witzbolde, logieren schräg gegenüber und haben den besten Blick auf das Straßengeschehen.

Wer auch immer sich am Ende als Scherzkeks herausstellt: In Kitzingen empfiehlt es sich derzeit, nicht alles für bare Münze zu nehmen.