Dienstags-Dischli: Knapp vorbei am Schwarzbuch

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Dienstags-Dischli: Dreht sie sich oder doch nicht?
Dienstags-Dischli: Dreht sie sich oder doch nicht?

Das war knapp. Es hat nicht viel gefehlt und Kitzingen hätte beste Chancen gehabt, im gefürchteten Schwarzbuch vom Bund der Steuerzahler erwähnt zu werden.

Das war knapp. Es hat nicht viel gefehlt und Kitzingen hätte beste Chancen gehabt, im gefürchteten Schwarzbuch vom Bund der Steuerzahler erwähnt zu werden.

Im Buch „Die öffentliche Verschwendung“ kommen die tollsten Sachen vor, auch aus dem Landkreis. Obwohl der eher selten erscheint. Die Älteren erinnern sich an das 320 000 Euro teure Luxus-Klo am Busparkplatz in Iphofen. Das war 2001 und Bürgermeister Mend hat in der Zeit einiges durchgemacht. Ein paar Jahre später schaffte es eine Flugsanddüne in Dimbach zwischen die schwarzen Buchdeckel. Weil sie für 40 000 Euro abgeholzt werden sollte, nur um Natur durch Natur zu ersetzen.

Und jetzt die Geschichte mit dem Fußgängerüberweg. Die CSU-Fraktion im Stadtrat wollte den Sickershäusern was Gutes tun und mit Streifen auf der Straße nach Kitzingen für Sicherheit sorgen.

Das Problem ist, dass es überhaupt kein Problem gibt. Zumindest sehen Polizei und alle anderen, die eine Ahnung haben, keines. 40 Autos in der Stunde sind in der Markgrafenstraße unterwegs, also im Schnitt alle 90 Sekunden ein Auto. Die Fußgänger kann man in der Zeit an einer Hand abzählen. Die Straße ist höchstens sechs Meter breit. Ohne es ausprobiert zu haben, bei dem Andrang müsste sich eine Lücke finden lassen.

Was die Sache für den Steuerzahlerbund interessant gemacht hätte, waren die Kosten: 30 000 Euro kostet so ein Überweg. Das hätte fürs Schwarzbuch gereicht. Am Ende siegte die Vernunft. Die Querung kommt nicht, auch wenn sie die CSU gerne gehabt hätte. Das Geld bleibt in der Kasse. Kitzingen ist knapp am Schwarzbuch vorbeigeschlittert.

Die Dienstags-Dischli, das sind mehr oder weniger tiefschürfende Gedanken der Expertenrunde an den Steh-Tischen (fränkisch: Dischli) in der Kitzinger Fußgängerzone. Zu lesen – selbstredend – immer dienstags in dieser Zeitung.