Die Woche: Viel Arbeit für Psychologen

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Die Woche: Notfalls Eimer unter den Tisch
Die Woche:     Notfalls Eimer unter den Tisch

Entspannt war sie, die Herbstferienwoche. Mit Parkplatzgarantie allerorts. Oder waren es die Sommerferien? Man kommt ja ganz durcheinander – bei 20 Grad im Schatten. Wenn dann auch noch die Kollegin Eis schleckend die Termine für die Weihnachtsmärkte im Landkreis zusammenfasst, verabschiedet sich jegliches Jahreszeiten-Gefühl.

Entspannt war sie, die Herbstferienwoche. Mit Parkplatzgarantie allerorts. Oder waren es die Sommerferien? Man kommt ja ganz durcheinander – bei 20 Grad im Schatten. Wenn dann auch noch die Kollegin Eis schleckend die Termine für die Weihnachtsmärkte im Landkreis zusammenfasst, verabschiedet sich jegliches Jahreszeiten-Gefühl.

Dass tatsächlich Spätherbst ist, zeigen immerhin die Bäume, die sich fast alle nackig gemacht haben. Bis auf einen widerspenstigen Gesellen auf dem Kitzinger Königsplatz. Der entfaltet weiterhin seine blättrige Schönheit. Ein Prachtbursche von einer Rotbuche, der uns als einziger bei 20 Grad noch Schatten spendet. Ein ganz anderer Prachtbursche tauchte am Dienstag im Dettelbach Mainfrankenpark auf: Der irische Sänger Rea Garvey gab sich die Ehre. Auf dem Hof einer Spedition. Aber zum Glück wird's ja früh dunkel. Wobei das so nicht stimmt, weil bei 800 Besuchern gut 900 Handys die Nacht erleuchten.

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Selfie hier, Selfie da, Selfie überall. Bei Konzertbesuchen heißt es aufpassen, dass man nicht ständig gegen ausgestreckte Hände rennt. Ein Konzert ohne Selfie ist kein Konzert – hat schlicht nicht stattgefunden. Dass viele Besucher mittlerweile mehr auf ihre Handys als auf die Bühne schauen, wäre mal ein dankbares Thema für Psychologen.

Von Fachleuten untersuchen lassen sollte man auch das, was gerade in Berlin los ist. Transitzone? Einreisezentren? Aufnahmeeinrichtungen? Registrierzentren? Glückwunsch, wer da noch mitkommt!

Im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise wird ja weiterhin in Erwägung gezogen, dass sich Europa abschotten und Grenzzäune bauen müsse. Unter uns: Für Deutschland kommt das nicht in Betracht. Ein kluger Kopf errechnete anhand der Erfahrungen, die man bei bei den Baustellen Stuttgart 21 und dem Berliner Flughafen gemacht hat, dass die Errichtung eines Grenzzauns in Deutschland 89 Jahre dauern würde. Kosten: zunächst 59 Millionen Euro, am Ende 896 Milliarden Euro.

Bleiben wir noch beim Thema Flüchtlinge. Als diese Woche die Meldung die Runde machte, dass ein Asylbewerber aus dem Kitzinger Innopark eine Geldbörse mit 300 Euro beim Sportplatz an der Florian-Geyer-Halle gefunden und bei der Polizei abgegeben hat, gab es im Internet wieder einige saublöde Kommentare. Unfassbar, wie da im Internet rumgepoltert wird und wie sich Leute in aller Öffentlichkeit gehen lassen.

Auch das wäre mal ein dankbares Thema für Psychologen. Die Beiträge können einen schon entsetzen. Sie zeigen aber auch, dass Schreiben schwer sein kann – weil mitunter ein einziger Buchstabe alles uriniert.

Die Woche blickt immer samstags zurück, was unseren Autoren in den vergangenen sieben Tagen aufgefallen ist.