Die Hunde sollen ewig leben
Autor: Ralf Dieter
Kitzingen, Montag, 15. Sept. 2014
Marina Neubert muss erst mal tief durchschnaufen. Es läuft nicht so wie gedacht. Der Transporter ist nicht da, der Hilfstransport in Gefahr. Dabei ist alles vorbereitet.
Marina Neubert muss erst mal tief durchschnaufen. Es läuft nicht so wie gedacht. Der Transporter ist nicht da, der Hilfstransport in Gefahr. Dabei ist alles vorbereitet.
Marina und Tino Neubert und ihre Tochter Sabrina Müller haben ein Herz für Tiere. Genauer gesagt für Hunde. Um ganz präzise zu sein: für Straßenhunde aus Bulgarien. Die fristen ein jämmerliches Dasein. Misshandelt, gequält, dem Tode nahe. Die Kleinlangheimer helfen, wo es geht.
Der erste Kontakt zu den bulgarischen Straßenhunden erfolgte über Österreich. Besser gesagt über den Tierschutzverein „Stibis Hundeparadies“ in St. Lorenzen im Mürztal. Nachdem die Neuberts ihre beiden Golden Retriever innerhalb kürzester Zeit verloren hatten, schauten sie sich nach einem neuen Hund um. Und stießen dabei auf die Facebook-Seite und die Homepage von Sandra Stibi. Die engagiert sich seit mittlerweile fünf Jahren für die bulgarischen Straßenhunde, hat auf ihrem Bauernhof ein kleines Paradies für die Tiere eingerichtet. Etwa 15 leben dort, nachdem sie aus der Tötungsstation gerettet wurden.
Stibi arbeitet mit dem Tierheim „Animal Rescue Sofia“ zusammen, erhält von dort immer wieder neue Nachrichten von Hunden, die vermittelt werden wollen. Etwa 200 gerettete Tiere leben auf dem Grundstück des bulgarischen Tierheims. Und diese Tiere suchen eine neue Heimat.
Die Neuberts in Kleinlangheim haben mit Lara und Aimy bereits zwei Mischlingshunde bei sich aufgenommen. „Lara ist in einem Straßengraben gefunden worden“, erzählt Marina Neubert. „Sie war mit einem Strick an ihrer Mutter festgebunden. Die Mutter war tot.“ Kein Wunder, dass Lara eine Angststörung hat. Aimy geht es ein wenig besser, auch wenn sie in einer Tötungsstation geboren wurde. In Kleinlangheim haben die Hunde ein neues Zuhause gefunden.
Doch damit ist die Hilfsbereitschaft der drei Unterfranken längst nicht ausgeschöpft: Sie organisieren Hilfstransporte und bilden eine von acht offiziellen Sammelstellen des Vereins. Und sie haben fünf Hunde bereits zu ihren neuen Besitzern gebracht.
Wenn Sandra Stibi von einem neuen Interessenten erfährt, dann setzt sie sich erst einmal mit einem Tierheim in der Nähe in Verbindung. Das potenzielle neue Zuhause wird geprüft: Ist das Grundstück groß genug und eingezäunt? Haben die Besitzer Zeit für ihren neuen Hund? Kurz gesagt: Ist das neue Zuhause hundegeeignet? Fällt die Antwort positiv aus, wird der Hund ausgeliefert. Von Bulgarien über Österreich bis ins neue Heim.