Corona im Seniorenheim: „Schnelles Handeln rettet Leben“
Autor: Ralf Dieter
Mainstockheim, Sonntag, 03. Mai 2020
Es schaut so aus, als wäre die Senioreneinrichtung „Schloss Ebracher Hof“ in Mainstockheim knapp an einer Katastrophe vorbeigeschrammt. Die ersten Coronafälle traten auf.
Die gute Nachricht vorneweg. Allen Bewohner geht es derzeit gut. Es schaut so aus, als wäre die Senioreneinrichtung „Schloss Ebracher Hof“ in Mainstockheim tatsächlich knapp an einer Katastrophe vorbeigeschrammt. Am Samstag, 18. April, wurde ein Bewohner positiv auf Covid-19 getestet, eine Woche später ist er verstorben. Seit zwei Wochen befinden sich der Besitzer des Hauses, Peter Brandner, und seine Mitarbeiter im Ausnahmezustand. Für ein Interview mit dieser Zeitung nimmt sich Brandner Zeit.
Drei Bewohner und zwei Mitarbeiter sind positiv auf Covid-19 getestet. Wie geht es ihnen?
Brandner: Gut. Die betroffenen Mitarbeiter sind in Quarantäne, die Bewohner haben wir noch am selben Tag, als wir von dem positiven Test erfuhren, in andere Zimmer verlegt.
In Würzburg hat sich das Virus schnell in den beiden betroffenen Heimen verbreitet. Was haben Sie anders gemacht?
Brandner: Zum Glück haben wir auf dem Gelände zwei Häuser. Da können wir die Bewohner gut voneinander trennen. Entscheidend war, dass wir sehr schnell reagiert haben. Die positiv Getesteten wurden gleich am Samstag verlegt, am Sonntagvormittag erhielten alle Bewohner und Mitarbeiter einen Abstrich, das Ergebnis lag am Montag vor. Die Zusammenarbeit mit den Behörden vor Ort war wirklich vorbildlich. Und es hat sich ausgezahlt, dass wir schon vor Beginn der Krise aufgefordert wurden, einen Pandemie-Plan zu erstellen.
1#googleAds#100x100Das heißt?
Brandner: Die Abläufe waren allen bekannt. Wir haben sofort einen Krisenstab gebildet, haben alle Mitarbeiter – von der Pflege über die Technik bis hin zur Reinigung – eingespannt. Dennoch hat nicht alles reibungslos funktioniert.