EM-Begeisterung dribbelt sich erst langsam warm
Autor: Julia Haug
, Freitag, 15. Juni 2012
Die Zwischenbilanz: zwei Siege, drei Tore. Die deutsche Elf hat sich freigespielt in der Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine. Vor dem letzten Gruppen-Spiel gegen Dänemark am Sonntagabend lautet die Frage an die Kitzinger: Haben Sie sich mitreißen lassen von der Kicker-Euphorie?
Die Zwischenbilanz: zwei Siege, drei Tore. Die deutsche Elf hat sich freigespielt in der Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine. Vor dem letzten Gruppen-Spiel gegen Dänemark am Sonntagabend lautet die Frage an die Kitzinger: Haben Sie sich mitreißen lassen von der Kicker-Euphorie?
Betül Cekener (16) aus Kitzingen: „Ich schaue kein Fußball. Wie das Spiel gegen Holland am Mittwoch ausgegangen ist, habe ich auch so gemerkt: Man konnte hören, dass einiges los war in der Stadt. Ich hoffe natürlich, dass Deutschland den EM-Titel holt – allein damit mein Bruder gut drauf ist.“
Harald Röhner (63) aus Kitzingen: „Ich stecke voll im EM-Fieber und schaue jedes Spiel – nicht nur die der Deutschen. Gegen Dänemark gewinnen wir 2:0. Europameister wird natürlich Deutschland: Wir liefern einfach die konstanteste Leistung. Auch die gelobten Spanier hatten zwei wesentliche Torwartfehler.“
Richard Müller (67) aus Kitzingen: „Am liebsten schaue ich die Deutschland-Spiele mit meiner Frau vor unserem Flachbildfernseher. Ich will meine Ruhe haben beim Schauen. Wenn sich unsere Elf noch ein bisschen steigert, haben wir so gute Chancen auf den Titel wie schon lange nicht mehr.“
Dieter Märkert (63) aus Kitzingen: „Meine Frau und ich sind keine Fanatiker. Ich kann nicht verstehen, wenn Leute vier Flaggen ans Auto hängen. Das Spiel gegen Holland habe ich erst ab der Halbzeit verfolgt. Den australischen Reisegruppen, die ich während EM–Spielen durch die Stadt führe, muss ich immer erklären, warum die so leer gefegt ist.“
Bianca Madjar (28) aus Marktbreit: „Die EM ist uninteressant im Vergleich zur WM. Mir reicht es, wenn ich die Spielergebnisse am nächsten Tag im Radio höre. Außerdem ist meine Tochter Zoey in zwei Jahren zur WM 2014 aus dem Gröbsten raus – dann habe ich wieder mehr Zeit zum Fußball schauen.“
Willi Hornig (73) aus Sulzfeld: „Beim Duell gegen Holland war ich mit meiner Wandergruppe unterwegs. Einer hatte ein Radio dabei, an dem wir das Spiel verfolgt haben. Ich verbringe die Zeit aber statt vor dem Fernseher lieber mit meiner Enkelin Nona.“ Fotos/Text: Julia Haug