Trotz der Corona-Pandemie liegen nicht unbedingt ruhigere Monate hinter der Wiesentheider Feuerwehr. In der Hauptversammlung, die nun stattfinden konnte, berichtete Kommandant Michael Rückel von 74 Einsätzen, zu denen die Freiwilligen ausrückten. Das sind rund 50 weniger als im Jahr davor. Die Palette reichte vom Großbrand über schwere Verkehrsunfälle, bis hin zu manch kuriosen Einsätzen.

In der Versammlung ließ der Kommandant das Einsatzgeschehen 2020 Revue passieren. In der Summe, so Rückel, seien weniger Unfälle und weniger Autobahneinsätze, als in den Vorjahren zu bewältigen gewesen. Die Einsatzarten waren 20 Brandeinsätze,, 13 Verkehrsunfälle, 29 Technische Hilfeleistungen, vier Sicherheitswachen, sowie acht Fehlalarme. Einsatzorte waren Wiesentheid und Ortsteile (38mal), die Autobahn (16), sowie überörtliche Einsätze (20).

Unfälle und Brände und ein Schwan im Swimmingpool

Manch schwierigen Moment hatten die Wehrleute dabei zu bewältigen, wie etwa ein Verkehrsunfall auf der B286, wo ein an einer Ampel wartender Pkw von einem auffahrenden Lkw voll erwischt wurde. Die Freiwilligen mussten selbst in der Silvesternacht ausrücken, als im Ortsteil Feuerbach eine Scheune in Brand geraten war. Dazu berichtete Kommandant Rückel auch über Großbrände in Reupelsdorf und Wasserberndorf.

Auch kuriose Einsätze gehörten zum Spektrum. Einmal benötigte ein Schwan Hilfe, der in einem Swimmingpool gelandet war. Er konnte diesen aus eigener Kraft nicht mehr verlassen, die Wehr brachte das Tier wohlbehalten zu einem See.

Schweine aus Laster gerettet

Tierisch war auch ein Einsatz im vergangenen September. Damals brannte ein mit 600 jungen Schweinen beladener Laster. Die Tiere mussten nach dem Löschen des Feuers mit der Hand ausgeladen werden. Für sie wurde in einem aus Bauzäunen neben der Autobahn errichteten Gehege eine Bleibe errichtet, bis ein Ersatzfahrzeug zum weiteren Transport der Tiere zur Verfügung stand.

In der Rückschau auf das Berichtsjahr zeigte sich, dass Corona einiges 2020 einschneidend beeinflusst hat. So musste das geplante Jubiläumswochenende "20 Jahre Feuerwehrhaus" ausfallen.

Der Übungs- und Ausbildungsbetrieb musste zwischendurch heruntergefahren werden. Wie Kommandant Rückel berichtete, kam die Ausbildung quasi nach Hause zu den Aktiven. Ein Online-Team der Wehr sendete aus dem Feuerwehrhaus Schulungen und Ausbildungen via Internet nach Hause.

Mehrzweckfahrzeug soll angeschafft werden

Kommandant Rückel stellte heraus, dass die Einsatzbereitschaft zu keinem Zeitpunkt gefährdet gewesen sei. Weiter berichtete er, dass derzeit die Beschaffung eines neuen Mehrzweckfahrzeuges läuft. Das Fahrgestell sei bestellt, die Besprechung für den speziellen Ausbau habe bereits im Herstellerwerk stattgefunden. Außerdem wird künftig zur besseren Absicherung der Einsatzkräfte eine LED-Verkehrswarnanlage auf das neue Fahrzeug gebaut.

In der Versammlung berichtete Jugendleiter Michael Reimann über die Tätigkeiten der Jugendfeuerwehr. Vereinsvorsitzender Florian Patzolt bedankte sich bei den Wehrleuten. Er durfte später Adolf Heininger würdigen, der sein Amt als Aktivensprecher im Vorstand nach 24 Jahren an Ernst-Ludwig Wobb weiter gab.

Führungsspitze im Amt bestätigt

Bei den turnusgemäßen Neuwahlen des Vereins wurde der Vorstand im Amt bestätigt. Zu diesem gehören auch künftig Florian Patzolt, Günter Klein, Bernd Ludwig, Klaus Schraut und Sandy Naumann. Außerdem galt es, die Neufassung der Vereinssatzung zu genehmigen.

Die Aktiven der Wiesentheider Wehr freuten sich über Zuwachs. Mit Beifall wurden die neu zur Wehr gestoßenen David Ludwig, Stefan Zehner, Patrick Stierl, Sven Bauer, Sven Hupp, und Julia Stumpf begrüßt.

Bürgermeister Klaus Köhler bedankte sich für die Arbeit der Wehr. Besondere Hochachtung schenkte er dem Einsatz der Wiesentheider Wehr während der Hochwassertage sowie dem Kommandanten für die Einsatzleitung in dieser Zeit. Dem schloss sich Feuerwehrreferent Erwin Jäger an. Kreisbrandrat Dirk Albrecht würdigte die stete Einsatzbereitschaft der Freiwilligen, die viele überörtliche Einsätze leisten.