Es war eine gute Nachricht und eine weniger gute Nachricht, die Hubertus König, Stadtförster in Prichsenstadt, dem Rat in dessen Sitzung am Donnerstagabend zu überbringen hatte. Die gute Nachricht: Trotz der enormen Sommerhitze und trotz des Sturmes Fabienne wirft der Wald in diesem Jahr ein Plus von 8633 Euro ab. Weniger erfreulich wird der Ertrag sein, den König für 2019 erwartet, nämlich ein Minus von 11.235 Euro. Erwartete Ausgaben in Höhe von 99.592 Euro werden erwartete Einnahmen von 88.357 Euro gegenüberstehen. Mit 13:1 stimmte der Rat dem Forstbetriebsplan 2019 zu.

2018 hatte schlecht begonnen, mit Niederschlägen bis in den April. Dann folgte der heißeste Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnung, "die gesamte Forstwirtschaft verzeichnete einen Rückgang der Erträge bis zu 60 Prozent". Trauriger Höhepunkt war der Sturm Fabienne, der am 23. September sich mit Zentrum über Deutschland austobte und dazu führte, dass der Markt an Splitterholz regelrecht geflutet wurde. In Prichsenstadt selbst leidet bis heute die Traumrunden-Wanderstrecke  darunter, die immer noch hergerichtet werden muss. Die bekannte Bildeiche war schon im August umgestürzt, wie berichtet hat Bürgermeister René Schlehr eine neue gestiftet.

Das erwartete Minus im fünfstelligen Bereich, so König, lasse sich durch einige Vorkehrungen wohl eindämmen. Zum einen durch optimalen Sortenhaushalt der Bäume und einer guten Holzvermarktung, eventuell abhängig von einem höheren Anteil an Eichenbäumen, durch Naturverjüngung und eine Verjüngung ohne Zaun. Wobei König gerade letzteres als nicht so optimal ansah, wegen des Wildverbisses. Man solle doch diese Möglichkeit nutzen, wandte Ratsmitglied Fabian Uhl ein, um das Defizit so gering wie möglich zu halten. Das sah sein Ratskollege Stefan Deppisch anders. Das Defizit sei dem aktuellen Ereignis der Hitze und des Sturmes geschuldet, "wir sollten jetzt nicht vorschnell agieren, um das Minus möglichst auszugleichen". Ein Wald sei ein Projekt über Jahrzehnte, "da muss man auch mal sowas schlucken". König ergänzte, dass auch nicht jeder umgestürzte oder beschädigter Baum entfernt werden müsse, und er nannte die für den Wald wichtigen Askepte Totholz und Spechtbäume.

Das Plus dieses Jahres übrigens ergab sich durch den Verkauf der vom Sturm geschädigten Bäume. Der Hiebnachweis für 2018 zeige klar, so König, den hohen Anteil an zwangsbedingter Nutzung (86 Prozent) in den älteren Beständen. Insbesondere betroffen waren die Kiefer, aber auch Buche, Eiche und Esche. Für 2019 hat sich der Förster vorgenommen, die Sturm- und die sich daraus ergebenden Schäden (etwa Schädlingsbefall) aufzuarbeiten und den Stadtwald für die Verjüngung vorzubereiten. Geschlagen werden sollen laut Plan 1930 Festmeter, also gut 900 mehr als sonst, "damit wir auch alle Schäden beseitigen können".