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Eine starke Dorfgemeinschaft


Autor: Bearbeitet von Hartmut Hess

Willanzheim, Sonntag, 17. April 2016

Wenn es den Wettbewerb „Deutschlands starke Dorfgemeinschaft“ gäbe, wäre Willanzheim Top-Kandidat. Dementsprechend gab es von Rednern bei der 1275-Jahr-Feier dickes Lob.
Freude über das Jubiläum: Bestens gelaunt war Bürgermeisterin Ingrid Reifenscheid-Eckert bei ihrer Ansprache.


Wenn es den Wettbewerb „Deutschlands next starke Dorfgemeinschaft“ gäbe, wäre Willanzheim ein Top-Kandidat. Dementsprechend über trafen sich die Ehrengäste des Festabends am Samstag im Sportheimsaal gegenseitig in Lobeshymnen.

Tatsächlich sind die Willanzheimer ein besonders Völkchen, dem es nicht an Selbstvertrauen mangelt und das seit jeher landwirtschaftlich und von der katholischen Konfession geprägt ist. „Egal von welcher Richtung man auf Willanzheim schaut, die Kirche steht immer im Mittelpunkt“, sagte Hilmar Hein, der als Moderator der Filmvorführungen fungierte.

„Es ehrt uns ganz besonders, dass mit Otto Hünnerkopf, Volkmar Halbleib und Günther Felbinger heute gleich drei Landtagsabgeordnete gekommen sind“, sagte Bürgermeisterin Ingrid Reifenscheid-Eckert. „Iphofen und Willanzheim verbindet sehr viel“, fand die Bürgermeisterin und hieß damit ihren Amtskollegen Josef Mend und den Iphöfer Archivar Josef Endres willkommen. In doppelter Mission war Karl-Heinz Wolbert am Samstag im Einsatz, erstens als Ehrenchorleiter, der den Männerchor dirigierte, zweitens in seiner Funktion als Kreisheimatpfleger.

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Im Gegensatz zur 1250 Jahr-Feier 1991 mit einem imposanten Festumzug begeht die Gemeine ihr Jubiläum diesmal ganz anders. Es wird Vortragsabende, einen Fränkischen Abend mit Theater im September und weitere Veranstaltungen geben, die sich um das Jubiläum ranken. Außerdem wies Ingrid Reifenscheid-Eckert auf die „Charivari-Muntermacher-Tour mit Freibier“ am 11. Mai hin.

Die Bürgermeisterin ging auf prägende Ereignisse der vergangenen Jahrzehnte ein, von der Kirchenburg-Sanierung, über Erfolge der Fußballer, Sänger und Musiker, über den Strukturwandel und vieles mehr. Mit dem Ebental-Baugebiet habe Willanzheim vor 25 Jahren einen enormen Schritt nach vorne gemacht. Zudem habe die Dorferneuerung den gesamten Ort auf Vordermann gebracht. „Willanzheim hat eine reiche Geschichte“, betonte Reifenscheid-Eckert und lobte die vielen engagierten Bürger, die den Ort nach innen und außen stark und bekannt machen. „Ich wünsche mir weiter so eine starke Dorfgemeinschaft“, wandte sich die Rednerin an die Willanzheimer.

Selbstbewusst und stark

„Ihr könnt stolz auf eure Dorfgemeinschaft sein“, ließ Landrätin Tamara Bischof die Zuhörer wissen. Wie CSU-Abgeordneter Otto Hünnerkopf herausstellte, hätten die Willanzheimer nach dem Dreißigjährigen Krieg und nach dem Zweiten Weltkrieg jeweils zuerst ihre Kirche wieder aufgebaut, was die gläubigen Katholiken seit jeher ausgezeichnet habe. „Nur ein paar Jährchen jünger als die Unterfranken-Metropole Würzburg“, titulierte sein SPD-Kollege Volkmar Halbleib die sehr landwirtschaftlich geprägte Gemeinde. Eine solche Dorfgemeinschaft mache Willanzheim stark für die Zukunft. „Sie haben sich stetig dem Wandel angepasst“, attestierte Günther Felbinger (Freie Wähler).

„Das Willanzheimer Selbstbewusstsein habe ich schon als Ministrant kennen gelernt“, meinte der grinsende Josef Mend und sprach über seine Einsätze als junger Fußballer. „Ich muss ehrlich zugeben, dass ihr fußballerisch immer besser wart als wir“, bekannte der Iphöfer Stadtchef.

Der Festabend wurde mit einem Festgottesdienst mit Ruhestandspfarrer August Popp in der St. Martin-Pfarrkirche begonnen. Nach den Grußworten schwelgten die Bürger in Erinnerungen beim Anschauen mehrerer Filme aus dem Jahr 1991 zu 1250 Jahre Willanzheim.

Die Ehrengäste aus der Politik bekamen einen tiefen Einblick in die Dorfgeschichte und nahmen viele Eindrücke mit nach Hause. Der Männerchor und der Musikverein gestalteten den gelungenen Abend.