Hoch auf der Kutsche wurde Willi Herlt am Sonntagmittag zum Volkacher Marktplatz chauffiert. An seinem 100. Geburtstag überraschten den rüstigen Senior seine ehemaligen Sportskameraden vom VfL Volkach mit der stimmungsvollen Tour durch die Altstadt.
Früher spielte er beim VfL Volkach aktiv Fußball. Als sicherer Torwart war er eine wichtige Stütze des Teams und verhinderte so manches Gegentor. Viele Jahre machte er sich als Abteilungsleiter Fußball beim Verein für Leibesübungen verdient.
Die Schar der Gratulanten vor dem historischen Rathaus war groß. Auch Bürgermeister Peter Kornell hatte seinen Sonntagsbraten verschoben, um einen der ältesten Einwohner der Weinstadt zu beglückwünschen.
Er überreichte dem ehemaligen Schmiedemeister ein Weinpräsent und die Ehrenurkunde des Freistaats Bayern in Vertretung von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU). Von der katholischen Pfarrgemeinde gratulierte Pfarrer Johannes Hofmann. Heinz Knauth, der den VfL zusammen mit den Veteranen Richard Lutz und Willy Manger vertrat, lobte seinen ehemaligen Fußball-Chef: "Du warst uns stets ein Vorbild, zuverlässig und verständnisvoll."
Willi Herlt erblickte am 28. Juli 1913 in Düsseldorf das Licht der Welt. Im Alter von vier Jahren kam er mit seinen Eltern Max und Katharina Herlt sowie seinen beiden älteren Geschwistern an die Volkacher Mainschleife. Er besuchte die Volksschule in Volkach. Nach dem erfolgreichen Schulabschluss trat er in die Fußstapfen seines Vaters und erlernte den Beruf des Schmieds. Als Schmiedemeister war er bis zum Eintritt in den verdienten Ruhestand in der eigenen Schmiede in der Alten Obervolkacher Straße aktiv.
Im Zweiten Weltkrieg wurde er von 1938 bis 1948 als Soldat vor allem in Polen und Russland eingesetzt. In Sibirien geriet er in Gefangenschaft. 1950 heiratete er die aus der Eifel stammende Elisabeth Weinand in Volkach. Aus der Ehe gingen mit Doris, Monika und Kerstin drei Töchter hervor. Der Jubilar ist der Kopf einer richtigen Großfamilie, zu der vier Enkelkinder und die Urenkel Roman und Salome gehören.
Elisabeth und Willi Herlt sind geistig und körperlich trotz des hohen Alters rüstig geblieben und versorgen sich größtenteils noch selbst. Erst vergangenen Monat hat der Jubilar noch selbst Holz gehackt. Er erledigt seine Gartenarbeiten noch selbst und liebt Spaziergänge.