Eingangs der Sitzung erklärte Bürgermeister Guido Braun (NL), dass das Bauprojekt vor Jahren schon mal auf der Tagesordnung gestanden habe, dann aber wieder verdrängt worden sei. "Die Zeiten haben sich geändert", mit diesen Worten eröffnete Noppenberger seine Präsentation. Vor vier Jahren habe man das Vorhaben mit einem Investor aus Österreich realisieren wollen. "Die haben aber damals Pleite gemacht", erklärte Noppenberger weiter. Danach ging eineinhalb Jahre nichts vorwärts. "Wir haben zwar hier in Nordheim viele und wunderschöne Übernachtungsmöglichkeiten, es fehlt aber die Möglichkeit, viele Übernachtungsgäste für ein Wochenende in einem Hotel unterzubringen", warb Noppenberger für das Vorhaben. Es gebe zurzeit in Mainfranken einem hohen Bedarf an Betten für eine bestimmte Anzahl an Gästen, der zurzeit nicht abgedeckt werden könne. Als Betreiber konnte Noppenberger das Unternehmen Loisium Wine & Spa Resorts gewinnen. Loisium setzt bei seinen Häusern auf Wein, Lifestyle, Wellness und Architektur. Bislang gibt es noch kein Loisium-Hotel in Deutschland.

Der Standort des Hotels ist mitten in den Weinbergen in der Nähe der Kapelle geplant. Die Gäste sollen von dort einen wunderbaren Blick auf Nordheim und die Vogelsburg haben.

Die Verantwortlichen der Betreiberfirma waren wohl schon vor Ort und begeistert vom geplanten Standort des Hotels.
Das Projekt soll "Loisium Franken" heißen. Vorgesehen ist ein Vier-Sterne-Hotel mit zirka 100 Betten und zehn Suiten. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 20 Millionen Euro.
Für dieses überregional bedeutende Projekt werden nun Privatpersonen oder Firmen gesucht, die sich mit einer Einlage von 10 000 Euro bis 30 000 Euro pro Stimme einkaufen können.
Die Rahmenbedingungen für eine Finanzierung seien sehr günstig. Was auch sehr wichtig ist: Die Regierung von Unterfranken und der Landkreis Kitzingen befürworten das Projekt. "Unser Vorhaben würde für Nordheim bedeuten, dass im Schnitt pro Jahr bis zu 100 000 Weinflaschen mehr verkauft würden", warb Noppenberger weiter. Da das Hotel eine ganz andere Zielgruppe an Gästen anspricht, entstehe auch keine Konkurrenz zu den schon im Ort und der Umgebung vorhandenen Übernachtungsmöglichkeiten. Des Weiteren entstünden
70 bis 80 neue Arbeitsplätze und die Mainschleife insgesamt würde aufgewertet.

Die Zeit drängt. Bis 1. August 2015 soll das Hotel stehen.

Bis Mitte dieses Jahres muss daher die Planung stehen, damit gebaut werden kann. "Was wir in den nächsten Wochen unbedingt brauchen, ist ein Signal aus dem Gemeinderat, wo die Reise hingehen soll", sagte Noppenberger zum Schluss. Bei der Diskussion unter den Gemeinderäten wurde vor allem die kurze Zeitspanne bis zum Baubeginn moniert. Es ist noch nicht klar, was die Gemeinde Nordheim an Vorleistungen erbringen muss. Die Fläche muss ja erschlossen werden. Es ist nicht klar, wie viel das kostet. Nordheim hat eine eher klamme Kasse. Bürgermeister Guido Braun zeigte sich positiv gegenüber dem Vorhaben, es müssten aber noch viel Details geklärt werden, sagte er.
Im weiteren Verlauf der Sitzung ging es um die Förderung kultureller Vereine. Einstimmig beschlossen die Räte, dass einige Vereine und Einrichtungen Zuwendungen bekommen sollen, und zwar der Cäcilienverein Nordheim 310 Euro, der Männergesangverein Nordheim 210 Euro, der Gemischte Chor Cäsilia Nordheim 210 Euro, der Weingenießerclub Nordheim 210 Euro, der TSV Nordheim 3600 Euro, die Rotkreuz-Ortsgruppe Nordheim 210 Euro und die Bücherei Nordheim 210 Euro.
Unter dem Tagesordnungspunkt "Verschiedenes" ging es vor allem um die Weitergestaltung des Nordheimer Friedhofes. Die Nachfrage nach Urnenbestattungen steigt immer mehr. In Nordheim besteht bereits die Möglichkeit der Urnenbestattung, die Anlagen reichen aber nicht mehr aus. Bürgermeister Guido Braun wurde beauftragt, auszuloten, welche gestalterischen Möglichkeiten es für die Friedhofserweiterung gibt.