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Die Definition des Wetters


Autor: mey

Kitzingen, Donnerstag, 19. Juni 2014

Kurz vor 11 Uhr am Dienstag vor dem Kitzinger Freibad auf der Mondseeinsel: Zwei Frauen und ein Mann wollen rein, ihre Runde drehen, scheitern aber an der Bademeisterin. „Das Bad wird geschlossen“, erfährt das Trio. Eine Schwimmerin, die gerne am späteren Morgen „ihre tausend Meter“ abspult und angesichts von knapp 20 Grad plus kein Verständnis für die Schließung hat, beschwert sich – auch bei der Zeitung.
Leeres Freibad im Sonnenschein: Am Dienstag rieben sich so manche Kitzinger verwundert die Augen, als die vor einer verschlossenen Freibadtür standen – bei weit über 20 Grad und viel Sonne.


Kurz vor 11 Uhr am Dienstag vor dem Kitzinger Freibad auf der Mondseeinsel: Zwei Frauen und ein Mann wollen rein, ihre Runde drehen, scheitern aber an der Bademeisterin. „Das Bad wird geschlossen“, erfährt das Trio. Eine Schwimmerin, die gerne am späteren Morgen „ihre tausend Meter“ abspult und angesichts von knapp 20 Grad plus kein Verständnis für die Schließung hat, beschwert sich – auch bei der Zeitung.

Der Ärger ist nicht ganz grundlos. Die Sonne hat sich schon am Morgen ein wenig Platz am Himmel verschafft, das Thermometer ist auf dem Weg nach oben. Und: Auf den Internetseiten des Aqua-Sole, unter dessen Namen sowohl das Hallenbad wie auch das Freibad um Besucher werben, steht ein klarer Satz: „Bei gutem Wetter ist das Freibad selbstverständlich ganztägig von 9 bis 20 Uhr geöffnet.“ Allerdings gibt's Einschränkungen bei der Definition von gutem Wetter: Temperatur, Regenwahrscheinlichkeit und Wetterprognose. Die drei Punkte müssen die Aqua-Sole-Verantwortlichen prüfen – morgens um 10 Uhr, wie Verena Dambach, stellvertretende Betriebsleiterin, erklärt.

Den Blick auf Wolken und Thermometer gab's auch am Dienstag. Ergebnis laut Dambach: 13 Grad plus und wolkig.

„Es deutete alles auf schlechtes Wetter hin.“
Verena Dambach, stellvertretende Betriebsleiterin

Dazu habe der Wind für zusätzliches Frösteln gesorgt: „Es deutete alles auf schlechtes Wetter hin.“ Und nachdem am frühen morgen gerade mal drei Schwimmer ihre Bahnen zogen und auch der eher frische Vortag nur äußerst dürftige Besucherzahlen produziert hatte, machte das Bad die Pforten zu.

Das war schnell sichtbar: Die blaue Fahne, die die Bad-Öffnung signalisiert, wurde eingeholt. Im Internet-Auftritt und auf Facebook verkündete das Aqua-sole die Schließung. Die gilt Dambach zufolge aber nicht für die Zeiten der Schwimm-Enthusiasten: Von 9 bis 11 Uhr und von 18 bis 20 Uhr „ist unter allen Bedingungen auf.“

Knatsch wegen Komplett-Schließungen des Freibads oder einer Öffnung erst zur Mittagszeit gab es auch in Volkach. Um den Ärger einzuschränken erließ der Stadtrat feste Regeln. Beispielsweise die: „Wenn die Lufttemperatur um 12 Uhr unter 18 Grad liegt, wird das Bad umgehend geschlossen.“

Trotzdem bleiben morgens zwei Stunden Luft (10 bis 12 Uhr) für kälteresistente Dauergäste und Sportschwimmer, die auch abends – selbst bei kühleren Temperaturen – ein Zeitfenster kriegen: entweder von 17 bis 19 Uhr (Mai und September) oder 18 bis 20 Uhr (Juni bis August).

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