Bei der Wiesentheider Feuerwehr ging eine Ära zu Ende. Nach 24 Jahren an der Spitze der Wehr gab Michael Rückel seinen Posten als Kommandant ab. Zu seinem Nachfolger wählten die anwesenden 39 wahlberechtigten Frauen und Männer der Stützpunktwehr Michael Reimann, den bisherigen zweiten Kommandanten.

Rückel selbst begründete den Schritt damit, dass nun der richtige Zeitpunkt sei. Damit werde ein Generationswechsel eingeleitet. Er werde "selbstverständlich der Truppe weiterhin erhalten bleiben", sicherte Rückel später in seinem Schlusswort zu.

Die Wehr um Vorsitzenden Florian Patzolt hatte eine Extra-Versammlung angesetzt, um ihren ersten Mann gebührend aus dem Amt zu verabschieden. Sie hatte sich einiges einfallen lassen, wie etwa ein "Extrablatt", das die Feuerwehrler mit vielen Fotos und Anekdoten aus der Amtszeit ihres langjährigen ersten Mannes unterlegt hatten. In einem Sketch verteilte Achim Hollinsky die Ausgabe während des offiziellen Teils, was von Beiträgen einiger Floriansjünger begleitet wurde.

In den Grußworten und Ansprachen der Offiziellen wurden Rückels große Verdienste herausgestellt, die er in seiner Amtszeit erreicht hatte. Die Redner verneigten sich verbal vor dem Mann, der seit vielen Jahren wie kaum ein anderer für die Feuerwehr in der Marktgemeinde steht.

Der Name Michael Rückel und Feuerwehr Wiesentheid sind untrennbar.
Erwin Jäger, Feuerwehr-Referent

Der von der Gemeinde als Referent für die Feuerwehr eingesetzte Erwin Jäger brachte es auf den Punkt: "Der Name Michael Rückel und Feuerwehr Wiesentheid sind untrennbar. Deine Handschrift, dein Einsatz, deine Führung, haben dazu beigetragen, dass es heute eine super Truppe ist." Eine unbezahlbare Leistung habe Rückel in seiner Funktion erbracht.

Kreisbrandrat Dirk Albrecht sagte, dass mit Rückel einer aus der ersten Reihe zurücktrete, der die Feuerwehr in Wiesentheid geprägt habe. Dessen Handschrift sehe man am Haus und an der Ausrüstung. "Eine top aufgestellte Mannschaft", habe der Kommandant in den Jahren geformt. Albrecht überreichte zur Anerkennung das Ehrenkreuz des Bayerischen Feuerwehrverbandes.

Wiesentheids Bürgermeister Klaus Köhler sprach Rückel "ganz großen Dank" aus. Er würdigte, dass dieser "immer mit Leib und Seele" als Feuerwehrler dabei gewesen sei. Er brenne für die Feuerwehr und habe sich stets auch bei der Gemeinde sehr engagiert für die Belange "seiner" Wehr eingesetzt.

Rückel war 1985 in die Feuerwehr eingetreten und dann als Gruppenführer, Zugführer und Jugendwart tätig. 1998 wurde er zum Kommandanten gewählt. Ein Meilenstein in dessen Tätigkeit war das neue Feuerwehrhaus, das 2014 erweitert wurde.

Rückel selbst überflog später seine Zeit an der Spitze der Wehr. Von seinem Eintritt 1985 an, wurde die Feuerwehr im Lauf der Zeit mehr als ein Hobby. Feuerwehr sei Teamarbeit, das habe er immer so gesehen. Er dankte den Funktionsträgern, die in der Zeit mit tätig waren. Viele seien auch nach 24 Jahren noch dabei. Als Kommandant blicke er zurück auf rund 2000 Einsätze, die er in der Zeit geleitet hat. Aktuell verfügt die Wehr über 68 Aktive.

Im Anschluss bedankten sich die neu gewählten Kommandanten, Michael Reimann und Stefan Schäffel, für das Vertrauen ihrer Kameraden.

Dann folgte der gemütliche Teil im Gerätehaus. Die eigentliche Hauptversammlung der Wehr soll laut Vorstand Florian Patzolt im Sommer stattfinden.