Man könnte durchaus von einem dringlichen Tagesordnungspunkt sprechen. Unter Punkt fünf ging es im Dettelbacher Stadtrat am Montagabend im Historischen Rathaussaal um "Errichtung einer Toilette am Freizeit- und Skulpturenpark". Wir sind also am Main und damit an einer exponierten Stelle, die in Dettelbach durchaus noch Nachholbedarf hat.

Dort tut sich allerdings gerade einiges: Aktuell laufen Überlegungen, wie die Mainlände schöner gestaltet werden kann. Zuletzt war der Freizeitpark verstärkt Anlaufpunkt für alle, die gerne an einem schönen Ort feiern. Und weil dafür natürlich auch ein stilles Örtchen gebraucht wurde, gab es 2019 einen, nun ja, Eilantrag der CSU, dass doch künftig ein Miet-Toilettenwagen an dem neuen Freizeit-Treff aufgestellt werden möge.

Nachdem der Stadtrat zugestimmt und 10 000 Euro bewilligt hatte, konnte man im Sommer dieses Jahres endlich, wenn man musste. Die Reaktionen darauf seinen "durchweg positiv" ausgefallen, berichtete Bürgermeister Matthias Bielek. Nicht zuletzt auch Touristen hätten sich immer wieder bedankt und betont, dass sie "selten auf so einer sauberen öffentlichen Toilette" gewesen seien.

Übergangs-Klo für ein weiteres Jahr 

Kurzum: Das Pilotprojekt kam an, und es ist spätestens jetzt endgültig klar, dass an den Main eine Toilette gehört. Da waren sich alle im Stadtrat einig. Und doch lässt der ins Auge gefasste Toiletten-Neubau noch auf sich warten. Grund ist, dass die Mainlände gerade generell auf neue Füße gestellt und hübscher gemacht werden soll. Entsprechende Planungen für das Gelände zwischen Mainfähre und ehemaligem Handballplatz laufen gerade. Erst wenn diese Pläne auf dem Tisch liegen und klar ist, was genau gemacht werden soll, will man auch entscheiden, wo genau ein festes Klo am meisten Sinn macht.

Weil das aber noch ein bisschen dauert, kommt im kommenden Sommer - genauer: von April bis Oktober – wieder ein mobiler Toilettenwagen zum Einsatz, für den erneut 10 000 Euro bereit stehen. Die Entscheidung darüber fiel mit 18:0 Stimmen aus.

Kunst aus alten Reben

Gute Dienste dürfte der Wagen spätestens auch im Juni leisten, wenn am Main das Bildhauer-Projekt "RebART" startet. Das Symposium mit internationalen Künstlern war bereits vergangenen Juni unter der Überschrift "Kunst aus alten Reben" geplant gewesen, dann aber Corona zum Opfer gefallen. Wie schon im ersten Anlauf genehmigte der Stadtrat erneut eine Ausfallbürgschaft über 24 000 Euro, damit der Veranstalter mehr Planungssicherheit hat. Zudem sprach sich das Gremium einstimmig dafür aus, die Mainlände während des Symposiums kostenlos zur Verfügung zu stellen.

Der Main tauchte auch bei einem weiteren Tagesordnungspunkt noch einmal auf: Die gute, alte Herta macht Probleme. Die Mainfähre zwischen Dettelbach und Mainsondheim ist in die Jahre gekommen. Im Moment falle sie "alle paar Wochen aus", hieß es aus dem Gremium. Die Zahl der Reparaturen häuft sich, an einer neue Fähre führt also kaum ein Weg vorbei. Die nächsten beiden Jahre, so wurde bei den Beratungen des Haushalts deutlich, werde man allerdings noch mit Herta über die Bühne bringen müssen: Es sei "im Jahr 2023 realistisch, eine neue Fähre zu haben", betonte der Dettelbacher Bürgermeister.