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Dettelbach: Seniorenpaar geht im Projekt "Großeltern auf Zeit" auf - "was kann es Schöneres geben"


Autor: Isabel Schaffner

Dettelbach, Dienstag, 07. Februar 2023

Seit 2018 gibt es in Dettelbach das Projekt "Großeltern auf Zeit". Christa und Hans Mayer kümmern sich von Beginn an bis heute begeistert um Anne. Laut der Projektleiterin ist hierunter kein klassisches Babysitting zu verstehen.
Christa und Hans Mayer holen Anne im Rahmen des Dettelbacher Projekts "Großeltern auf Zeit" Anna gelegentlich vom Kindergarten ab und verbringen dann Zeit mit ihr, erzählt Katharina Müller.


Katharina Müller rief das Dettelbacher Projekt "Großeltern auf Zeit" 2018 ins Leben, erklärt sie inFranken.de. Hierbei können "Senioren, die keine Enkel haben und/oder gerne Zeit mit Kindern verbringen und interessierte Familien" in Kontakt treten, wie es im Flyer heißt.

Seit der ersten Stunde engagieren sich Christa und Hans Mayer für das Ehrenamt und haben bereits viele schöne Erlebnisse mit Anne hinter sich, wie sie berichten. Es könne allerdings ruhig mehr solcher Leihgroßeltern geben, führt Müller an.

"Wir singen, spielen und lachen mit Anne" - Dettelbacher Großeltern auf Zeit begleiten Kind beim Aufwachsen

"Ich ging 2017 in Rente und war davor langjährige Leitung eines Kindergartens und Erzieherin. Dort machte ich die Erfahrung, dass viele Familien keine Großeltern vor Ort haben oder alleinerziehend sind und wie wichtig die Stellung der Omas und Opas ist." So sei der Wunsch nach einer Projektgründung in ihr gereift. Dies habe sie schließlich unter dem Dach des Familienstützpunktes des Landkreises Kitzingen und der Stadt Dettelbach realisiert. 

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"Es lief gut an", erinnert sie sich. Bei einer ersten Infoveranstaltung seien insgesamt etwa 15 bis 18 interessierte Großeltern und Eltern aufeinandergetroffen und erste Eltern hätten sich auf die Liste gesetzt. "Ein Vater war dabei, der ein Baby hatte. Er sagte, die Familie sei am Limit und sie bräuchten dringend Unterstützung." Eine Seniorin habe gleich Begeisterung gezeigt. "Das waren die Mayers und seitdem haben sie Anne und nächstes Jahr wird sie eingeschult."

Das Konzept sei nicht als klassischer Babysitter-Service zu verstehen, sondern es gehe lediglich darum, dem Kind einmal in der Woche gemeinsame Zeit zu schenken. "Mein Mann und ich betreuen sie für circa zwei bis drei Stunden in der Woche bei uns zu Hause. Gemeinsam gehen wir spazieren, singen, spielen und lachen mit Anne. Oder wir liegen einfach gemeinsam auf der Decke. Das macht großen Spaß", wird das Paar auf der Projektwebseite zitiert. Laut Müller könne es aber auch vorkommen, dass Eltern die Leihgroßeltern spontan um Unterstützung bitten.

"Eltern hätten wir schon" - Koordinatorin berichtet von aktuellen Engpässen

"Die Dienstagsnachmittage mit Anne sind eine freudige und bereichernde Abwechslung in unserem Seniorenleben. Unsere eigenen Enkel sind schon groß und wohnen auch weiter weg. Deshalb haben wir uns entschlossen, an diesem Projekt teilzunehmen", so die Mayers. "Was kann es Schöneres geben, als wenn ein kleiner Mensch auf Sie wartet, sich freut, wenn Sie für ihn da sein können. Kinder nehmen Menschen an, wie sie sind. Sie spüren, wer es gut mit ihnen meint."

Momentan gebe es noch drei aktive Eltern-Großeltern-Paare. Während der Pandemie sei das Konzept "ausgebremst worden", schildert Müller die Entwicklung. "Danach kam niemand Neues nach. Eltern hätten wir schon, aber es fehlt an Senioren". Deshalb sei im Frühjahr eine große Aktion geplant, "um zu schauen, ob sich wieder Großeltern melden". Online findet sich ein Aufnahmebogen für Familien, in dem Eltern festhalten können, was ihnen im Umgang mit Kindern wichtig ist. Auch Senioren können hier ihre Vorerfahrungen und Vorstellungen eintragen.

"Die Bögen schaue ich mir durch, sehe Verbindungen, die zustande kommen könnten und lade sie ein. Wenn die Chemie stimmt, kommt das erste Treffen zustande und dann läuft es", erklärt Katharina Müller. Derweil machen sich die Mayers auf Dettelbacher Webseite stark für das Engagement: "Aus unserer Erfahrung können wir Ihnen, liebe Senioren, nur Mut machen und Sie für diesen ehrenamtlichen Dienst begeistern."

Habt ihr Interesse an dem Projekt? Hier erfahrt ihr mehr und könnt Kontakt aufnehmen.

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