• Dettelbach: Ex-Kult-Club "Capitol" an österreichisches Unternehmen verkauft
  • "Müllhalde": Gebäude wurde nach der Schließung 2018 zum "Lost Place"
  • Schlüssel bereits übergeben - Firma hat Büro eingerichtet
  • Neuer Besitzer kündigt Umbau der "Capitol"-Halle an - das sind die Pläne

Viele Menschen in Unterfranken verbinden gute Erinnerungen mit dem "Capitol" in Dettelbach. Der ehemalige Club im Landkreis Kitzingen lockte über viele Jahre Massen an Feierwütigen an, bis es schließlich immer weiter bergab ging. Seit der Schließung im November 2018 ist das "Capitol"-Gebäude immer mehr zu einem "Lost Place" verkommen - verfallen, vermüllt, ein Schandfleck für den Mainfrankenpark. Doch jetzt soll alles anders werden. Denn ein österreichisches Unternehmen hat die Kult-Location und das zugehörige Areal gekauft - der Geschäftsführer erläutert gegenüber inFranken.de die Pläne in Dettelbach

"Capitol" in Dettelbach wurde vom Kult-Club zur Müllhalde - jetzt gibt es neuen Inhaber

Das "Capitol", das 1999 eröffnet wurde, hat wilde Zeiten hinter sich. Nach gut laufenden Jahren meldete der zuständige Betreiber 2016 Insolvenz an, später kam es zur Verhaftung eines ehemaligen Geschäftsführers des Clubs, der zwischenzeitlich auch den Namen gewechselt hatte. Auch die neuen Eigentümer mussten schließlich Insolvenz anmelden, im November 2018 machte das "Capitol" dann für immer dicht. Eine mysteriöse Verkaufsanzeige bei eBay und eine abgesagte Zwangsversteigerung im Sommer 2022 heizten die Gerüchte über die Zukunft des Nostalgie-beladenen Geländes an. 

Nun ist klar, wie es mit dem "Capitol" in Dettelbach weitergeht. Wie der zuständige Insolvenzverwalter gegenüber inFranken.de bestätigt, konnte eine Zwangsversteigerung abgewendet werden, weil das Areal an einen neuen Investor verkauft wurde. Neuer Eigentümer des Geländes ist die Verag AG mit Hauptsitz im österreichischen Suben nahe Passau. Der Geschäftsführer der Deutschland-Tochter des Unternehmens, Andreas Luxbauer, erklärt inFranken.de, wie es nun vor Ort weitergehen soll. 

"Wir sind eine Spedition im Bereich der Zollabfertigung, unsere Kunden kommen vor allem aus Süd-Osteuropa, Türkei und dem Vereinigten Königreich", erklärt Luxbauer. Der Fokus des Unternehmens liege auf "verkehrstechnisch günstig gelegenen Abfertigungsstellen, zum Beispiel an den Grenzübergängen zwischen Deutschland und Österreich". Wenn ein deutscher Importeur etwa in der Türkei einkaufe, dann hole die Firma "alle Daten für die Zollabfertigung" ein, erläutert er.

Österreichisches Speditionsunternehmen eröffnet Standort in Dettelbach - Chef verrät, was aus "Capitol" wird

"Wir arbeiten mit den zuständigen Zollämtern zusammen und führen zum Teil auch selbst Kontrollen durch und sind daher immer in der örtlichen Nähe der Behörden zu finden. Unser Unternehmen ist dann auch für die Erhebung der Zölle und Steuern zuständig", so Luxbauer weiter. Allerdings seien "unsere bisherigen Standorte im österreichischen Suben bei Passau oder Waidhaus an der tschechischen Grenze
stark überlastet, weshalb wir schon länger auf der Suche nach einem neuen Standort waren". Dettelbach liege "verkehrsgeografisch sehr zentral und in Dettelbach ist auch ein Zollamt angesiedelt", sagt Luxbauer.

Daher habe man Mitte des Jahres das Areal gekauft, vor wenigen Tagen sei Schlüsselübergabe gewesen. "Wir sind tatsächlich schon jetzt vor Ort, hauptsächlich provisorisch, weil an einem anderen Standort eine Autobahnabfahrt für zehn Wochen gesperrt wurde", so der Verag-Geschäftsführer. "Wir schicken daher teils schon Sendungen nach Dettelbach und haben hier mit Mitarbeitern ein kleines Büro eingerichtet." Langfristig soll die Halle, die - so Luxbauer - "eine Disko war und jetzt mehr oder weniger eine Müllhalde" größer umgebaut werden.

"Sie wird dann zu einem kleinen Lager, das wir unseren Kunden anbieten wollen, denn häufig müssen Dinge auch mal von einem auf einen anderen LKW umgeladen werden und so weiter und so fort". Das Unternehmen sei bereits auf Mitarbeitersuche in Dettelbach und suche dort "Leute mit einer kaufmännischen Ausbildung und idealerweise schon Zollerfahrung, das muss aber nicht sein, viele sind Quereinsteiger". Genaue Pläne, wann die Arbeiten abgeschlossen sein werden, gebe es noch nicht, aktuell sei auch die Lage im Baugewerbe schwierig. "Vorstellen könnte ich mir in Dettelbach aber schlussendlich 20 bis 25 Mitarbeiter", sagt Luxbauer.

Wer sich bei der Speditionsfirma Verag am Standort Dettelbach bewerben möchte, kann das hier per E-Mail tun