Ein beißender Geruch steigt auf, weiße Rauchwolken quellen unter einem Auto hervor, die langsam die Sicht auf das Gefährt verdecken. Ein Unfall? Nein, die durchdrehenden Hinterreifen des Autos sind die Ursache des Qualms - und zwar ganz mit Absicht.
"Nicht von allen Veranstaltern wird es gern gesehen, aber der klassische Burnout gehört einfach dazu", findet Christian Prokopy aus Gerbrunn. Er war einer der Fahrer der rund 150 amerikanischen Autos, die am Sonntag zum US-Car-Treffen zum amerikanischen Restaurant Miss Pepper in den Mainfrankenpark kamen. Hauptsächlich aus der Region, Kitzingen, Würzburg, Neustadt/Aisch oder Hassfurt, aber auch aus Nürnberg oder Offenbach waren die Fahrer angereist, um ihre Lieblinge zu präsentieren. Unter den bunten Boliden waren viele ältere Semester, aber auch der eine oder andere jüngere Vertreter.
"Wenn man nicht gerade in der Garage ist und dran rumschraubt, ist man auf einem Treffen", erklärte Prokopy zu seiner Leidenschaft. Zwei Jahre hat er an seinem Pontiac Firebird gebastelt, bis er endlich fahrbereit war und zu Treffen wie diesen kommen konnte. Von den Gleichgesinnten aus dem Raum Kitzingen und Würzburg kennt er fast alle, denn Tage wie der Sonntag "sind schon fast wie Klassentreffen."

Sechs oder acht Zylinder?


Da dürfen die unvermeidlichen Benzingespräche nicht fehlen, aber die US-Car-Fans wollen sich gegenseitig auch neue Errungenschaften zeigen und gemeinsam mal eine Runde drehen. "Und wer noch keinen Achtzylinder-Motor hat, wird davon überzeugt", lachte Prokopy. Schließlich hat er selbst seinen Pontiac von einem
V6-Motor auf einen V8, also einem Achtzylinder, umgebaut. "Wenn man mit dem Achtzylinder-Virus infiziert ist, nimmt man die Arbeit in Kauf", sagte er. Der Klang und die Leistung seien einfach bestechend. Und auch die Optik der amerikanischen Autos sei einfach etwas Besonderes. Deswegen wollte Prokopy schon als Kind einen Pontiac, wie er ihn heute hat. "Ich habe diesen Autotyp früher immer gesehen, als die Amerikaner noch da waren. Ich habe mir damit wirklich einen Kindheitstraum erfüllt." Keine Frage, die US-Cars fallen auf. Deutsche Autos sind für Prokopy dementsprechend langweilig, denn die haben alle "die gleiche 08/15-Form".
Auch für Fabian Ziegler aus Albertshofen ist sein Cadillac ein wahr gewordener Traum. Wie Prokopy hat er sein Fahrzeug über das Internet erworben. Das imposante Auto mit den charakteristischen Heckflossen bekommt auch "viel Pflege und Liebe", wie er sagt. Jedes Wochenende Waschen ist auf jeden Fall Pflicht. Genauso wie die Teilnahme an den Treffen. 15 bis 20 sind es pro Saison, zu denen er mit der ganzen Familie anreist. Seine Freundin Susanne Dinkl teilt seine Leidenschaft. Für sie sind die amerikanischen Straßenkreuzer, die den Aufstieg und Zeit des Wohlstands Amerikas symbolisieren, "fahrende Kunstwerke.".
Passend zu den schicken Autos hatten sich auch die Mitarbeiterinnen des Miss Pepper herausgeputzt. Sie waren in farbenfrohen Kleidern mit Petticoat unterwegs.
Auch im nächsten Jahr soll im Miss Pepper wieder ein US-Car-Treffen stattfinden, erklärte Ressortleiterin Susanne Seitz, die für die Organisation zuständig war. Das wäre dann das
3. Treffen dieser Art.