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Der Mann und das Wasser


Autor: Anna Baum

Volkach, Dienstag, 06. August 2013

Steffen Lechner kann nicht ohne Wasser. Sei es im Beruf oder in seiner Freizeit. Der 25-Jährige engagiert sich nämlich nicht nur bei der Wasserwacht und bei der Freiwilligen Feuerwehr. Er hat sich auch das Freibad Volkach als Arbeitsplatz ausgesucht. Hier ist er „Fachangestellter für Bäderbetriebe“, was die neue Bezeichnung für Bademeister ist. Doch nicht nur der Name des Berufs hat sich geändert.
Wasser-Experte: Steffen Lechner ist Bademeister im Freibad Volkach und der „Herr“ der Schwimmabzeichen. Hier prüft er Xenia Breuninger (11), die wenig später das Bronzene Abzeichen erhält.


Steffen Lechner kann nicht ohne Wasser. Sei es im Beruf oder in seiner Freizeit. Der 25-Jährige engagiert sich nämlich nicht nur bei der Wasserwacht und bei der Freiwilligen Feuerwehr. Er hat sich auch das Freibad Volkach als Arbeitsplatz ausgesucht. Hier ist er „Fachangestellter für Bäderbetriebe“, was die neue Bezeichnung für Bademeister ist. Doch nicht nur der Name des Berufs hat sich geändert.

„Das hat jetzt einerseits mehr mit Service und andererseits viel mit Technik zu tun“, erzählt Lechner. Die dreijährige Ausbildung, die er im Aqua-sole in Kitzingen absolvierte, hat er seit einem Jahr hinter sich. Heute ist er ein Teil vom Team des Volkacher Schwimmbads. Im Sommer ist das Freibad sein Revier, im Winter das Hallenbad.

Steffen Lechner, braun gebrannt und mit sportlicher Sonnenbrille auf der Nase, findet seinen Beruf sehr abwechslungsreich. „Es bleibt immer spannend. Manchmal müsste man an drei Ecken gleichzeitig sein“, erzählt er. Stimmt: Während er von zwei Mädchen gebeten wird, doch das Sprudelwasser anzustellen, leiht er einem Badegast eine Schwimmbrille aus.

Jeder kann sich hier gegen ein Pfand eine Schwimm- oder eine Tauchbrille leihen, weil so etwas gerne mal vergessen wird. „Wenn wir sehen, dass die Kinder mit einem Schuh als Pfand vor der Tür stehen, wissen wir, dass sie etwas leihen wollen“, sagt er. Kommen sie ohne, ist oft ein kleiner Notfall zu beheben, beispielsweise ein Bienenstich zu behandeln.

„Die Wasserqualität wird häufig geprüft.“
Steffen Lechner Bademeister in Volkach

Es kann aber auch bedeuten, dass jemand ein Schwimmabzeichen machen möchte. Das geht am besten vormittags oder am Abend, wenn weniger los ist und Steffen Lechner seine Augen nicht überall haben muss. Theoretisch darf er vom Seepferdchen bis zum Goldenen Schwimmabzeichen jede Prüfung abnehmen. In Volkach können aber nur das Seepferdchen und das Bronzene Abzeichen gemacht werden. Für das Silberne Abzeichen muss man nämlich von einem Sprungturm hüpfen. Einen solchen gibt es in dem kleinen Freibad nicht.

„Das ist aber nicht unbedingt etwas Schlechtes“, meint Lechner, „So passiert wenigstens nicht so viel. Aber Kinder sind Kinder.“ Laut Lechner muss man als Aufsicht den genauen Ton treffen und nicht zu viel schimpfen, „sonst nehmen einen die Kinder nicht mehr ernst“.

Die Aufsicht ist zwar ein großer Teil von Lechners Aufgabenbereich, aber nicht der einzige. Die Betriebssicherheit des Bades muss morgens und abends festgestellt werden. Dafür schaut er sich vor Öffnung des Freibads zum Beispiel die Fliesen an und prüft, ob eventuell welche repariert werden müssen. Außerdem nimmt er drei Mal am Tag Wasserproben.

„Die Wasserqualität wird häufig geprüft, damit der Ph-Wert und der Chlorgehalt im vorgeschriebenen Rahmen bleiben“, erzählt Lechner. Damit das Becken auch sauber bleibt, kommt im Volkacher Freibad der Unterwassersauger zum Einsatz. Dieses Gerät fährt das Becken ab und saugt jeden Dreck vom Vortag aus dem Badewasser. Wenn er nicht gebraucht wird, steht der Sauger gut verstaut im Schrank. Ein Schild mit der Aufschrift „Warnung vor dem Hunde“ hängt davor.

Doch neben der Beckenreinigung muss auch die Liegewiese vor und nach dem Badetag gesäubert werden. „Bevor ich vorne aufschließe, muss ich sichergehen, ob nicht nachts randaliert worden ist“, sagt Lechner. Doch Vandalismus, wie Müll im Wasser oder herumliegende Flaschen, kommen eher beim Weinfest vor, wenn Betrunkene vom benachbarten Gelände zum Freibad kommen. Das birgt nämlich eine große Verletzungsgefahr, also muss er das Gelände peinlich genau absuchen. Besonders bei den temperaturbedingten Ansturm auf die Freibäder in den letzten Wochen ist das sehr wichtig.

Angst vor Überfüllung braucht man laut Lechner im Volkacher Freibad nicht zu haben, selbst wenn es eine lange Schlange am Eingang gibt. „Die Leute sehen ja, wie viel im Wasser los ist und dann wartet man eben mit dem Schwimmen, bis wieder mehr Platz ist“, sagt er. In den anderen Bädern im Landkreis Kitzingen sehen die Betreiber das ähnlich. Diesen Sommer musste noch kein Freibad wegen Überfüllung seine Türen schließen.

Steffen Lechner muss wieder weiter. Zwei kleine Jungen möchten ihr Schwimm-Krokodil aufgepustet bekommen. Da hilft er natürlich gerne.