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Der Kampf gegen den Jojo-Effekt in der Fastenzeit


Autor: Frank Weichhan

Kitzingen, Donnerstag, 02. März 2017

"Sich Zeit nehmen und genießen". Worauf es beim Essen und beim Fasten ankommt: Antworten geben die Ernährungsexpertinnen Thea Schlesinger und Ruth Halbritter.
Smoothie (Symbolbild)


Nach dem Fasching rückt der Verzicht in den Mittelpunkt: Die Fastenzeit hat begonnen. Dazu Fragen an Thea Schlesinger, Diplom-Ökotrophologin, sowie Ruth Halbritter, Fachlehrerin für Hauswirtschaft. Beide sind für die Ernährungsbildung am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kitzingen (AELF) zuständig.

Frage: Drei einfache Tipps für eine gesunde Ernährung?

Ruth Halbritter: Ausreichend Gemüse und Obst essen. Vollkornprodukte einplanen. Süßigkeiten und andere Naschereien nur in sehr kleinen Mengen verzehren.

Wie definieren Sie gesunde Ernährung?

Thea Schlesinger: Was eine gesunde Ernährung ist, machen die zehn Regeln der Deutschen Gesellschaft für Ernährung deutlich: Lebensmittelvielfalt genießen. Reichlich Getreideprodukte sowie Kartoffeln. Gemüse und Obst – Nimm '5 am Tag'. Milch und Milchprodukte täglich, Fisch ein- bis zweimal in der Woche, Fleisch, Wurstwaren sowie Eier in Maßen. Wenig Fett und fettreiche Lebensmittel. Zucker und Salz in Maßen. Reichlich Flüssigkeit: mindestens 1,5 Liter am Tag sollte man trinken. Essen schonend zubereiten: Möglichst frische Zutaten verwenden – und bei niedrigen Temperaturen mit wenig Wasser oder Fett garen schont die Vitamine und macht Vitaminpillen überflüssig.

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Sich Zeit nehmen und genießen, nicht nebenbei essen. Auf das Gewicht achten und in Bewegung bleiben.

Was halten Sie persönlich vom Fasten?

Halbritter: Wenn es darum geht, bewusst auf einzelne Lebensmittel oder Dinge im Alltag zu verzichten – etwa Vermeidung von Plastik oder Verzicht auf Fernsehen – kann das für unser Bewusstsein sehr sinnvoll sein. Wenn es aber um ein Fasten zur Gewichtsreduktion geht, erzielt man meistens nicht den gewünschten Erfolg, weil schnell abgenommene Kilos hinterher genauso schnell wieder drauf sind, oft sogar noch mehr, wenn damit nicht eine generelle Ernährungsumstellung einhergeht.

Gibt es richtiges bzw. falsches Fasten?

Halbritter: Wenn es das Ziel beim Fasten eine Gewichtsreduktion ist, sollte bei der Auswahl der Lebensmittel neben den Grundsätzen einer gesunden Ernährung die Energiedichte beachten.

Was sollte man auf keinen Fall tun?

Schlesinger: Radikale Fastenkuren oder einseitige Diäten mit sehr geringem Kaloriengehalt – unter 1000 Kalorien pro Tag – können am Anfang zu starker Gewichtsabnahme führen. Der Effekt beruht darauf, dass zunächst Wasser ausgeschieden wird und neben dem Fett auch Muskelmasse eingeschmolzen wird. Wird eine solche Diät über einige Wochen durchgeführt, sinkt der Grundumsatz, das heißt, der Körper lernt mit weniger Energie auszukommen, die Gewichtsabnahme verlangsamt sich. Isst man dann wieder wie vor der Fastenkur, bleibt der Körper erst einmal bei seinem geringeren Grundumsatz, was zur Folge hat, dass man umso schneller wieder Gewicht aufbaut, der gefürchtete Jojo-Effekt setzt ein.

Ein Satz über die Ernährungsberatung am Amt für Landwirtschaft . . .

Schlesinger: Die gesunde Ernährung zu fördern ist eine Kernaufgabe unseres Amtes, Schwerpunkt ist die Ernährungs- und Bewegungsbildung im Kindesalter. Weitere Infos unter www.aelf-kt.bayern.de/bildung .

Das bieten wir als nächstes an . . .

Schlesinger: Am Samstag; 4. März, heißt es von 10 bis 2 Uhr 'Auf die Papas, fertig, los' – ein Bewegungskurs für Väter mit Kleinkindern, der in Zusammenarbeit mit dem Familienstützpunkt Kitzingen in der Turnhalle der Wirtschaftsschule in Kitzingen stattfindet. Am Dienstag, 7. März, geht es von 19 bis 20.30 Uhr um 'Familienkost von Klein bis Groß', ein Vortrag für Eltern in Zusammenarbeit mit dem Familienstützpunkt Wiesentheid im Rouillac-Saal im Rathaus Wiesentheid. Fotos: AELF Kitzingen