Einstimmig beschlossen wurde in der Ratssitzung am Dienstagabend im Großlangheimer Kulturhaus der Erlass einer Satzung über ein besonderes Vorkaufsrecht für den Bereich "Bahngelände" der Bahnstrecke 5231. Damit möchte sich der Markt Großlangheim für die Flurnummer 471, unter der die Bahnlinie registriert ist, ein Vorkaufrecht sichern, "damit die Gemeinde in dieser Hinsicht nichts versäumt", wie Bürgermeister Peter Sterk dazu vermerkte.

Zum Geltungsbereich gehören das Bahngelände mit Bahnübergängen und die Bahntrasse mit den Randbereichen. Als Grund für dieses Vorkaufsrecht nannte der Bürgermeister den künftigen Ausbau eines Kernweges für den übergeordneten landwirtschaftlichen Verkehr, "für den dieses Flurstück von großer Bedeutung ist, da hierdurch eine geordnete städtebauliche Entwicklung unterstützt wird". Der Bürgermeister verwies zudem darauf, dass dem Markt Großlangheim ein besonderes Vorkaufsrecht hinsichtlich der Dorfentwicklung und der Maßnahmen des Hochwasserschutzes zusteht.

Die Ratsmitglieder hatten den Entwurf der Satzung mit der Sitzungseinladung erhalten. Bei der kurzen Diskussion zur Thematik wurde einige Male betont, wie wichtig Sachverhalt und Begründung für die Satzung seien.

Hundesteuer wurde angepasst

Für die Erhebung der Hundesteuer wurde eine neue Satzung notwendig, da die bisherige aus dem Jahr 2009 stammt "und in die Jahre gekommen ist", wie Peter Sterk bemerkte. Zudem sei die Verwaltung eines Hundes ziemlich teuer, weshalb der bisherige Grundbetrag von zwölf Euro im Jahr nicht ausreiche. Bei den neuen Beiträgen orientierte sich die Gemeinde an den Gebühren der umliegenden Gemeinden "und eine Anpassung der Gebühren war schon deshalb nötig, da die Gemeinden kostendeckend agieren müssen, was in der Vergangenheit leider nicht der Fall war", so der Bürgermeister. Er bat um Verständnis dafür, "dass die Anpassung der Gebühren dringend notwendig war".

Ab Januar 2022 müssen für den ersten Hund 24 Euro, für den zweiten 40 und für jeden weiteren Hund 50 Euro bezahlt werden. Eine kurze Diskussion gab es zum Betrag von 50 Euro für einen Kampfhund, der allerdings von jeglicher Ermäßigung ausgeschlossen ist. Die gibt es auf Antrag zum Beispiel für Hunde, die in Hilfsorganisationen eingesetzt werden, öffentliche Aufgaben erfüllen oder für Hunde, die die für Rettungshunde vorgesehenen Prüfungen bestanden haben. Die neue Satzung wurde bei einer Gegenstimme beschlossen.

Einstimmig befürwortet wurden im Baugebiet "Viehtrieb" zwei Bauanträge für Einfamilienwohnhäuser, der Antrag auf isolierte Abweichung von den Abstandsflächen und die gemeinsame Nutzung eines Brunnens von zwei benachbarten Grundstücksbesitzern und die damit verbundene Teilbefreiung von der Wasserabnahmepflicht.

Es geht immer noch Wasser verloren

Der Bürgermeister berichtete außerdem von einem Ortstermin am Pfriemsplatz wegen großen Wasserverlusts von etwa 100 Kubikmetern pro Tag. Nachdem ein langer Riss und ein zweites Loch festgestellt worden waren, wurden Reparaturen durchgeführt. Die führten allerdings nicht zum vollständigen Erliegen des Wasserverlusts, der nun mit 1,2 Kubik pro Stunde angeben wurde. Weitere Überprüfungen finden statt, kündigte der Bürgermeister an.

Der Biber hat sich seit einiger Zeit am Weyersbach angesiedelt und seine Ankunft wurde vom Bürgermeister in der Sitzung offiziell bekannt gegeben. Geplante Maßnahmen müssen aber mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamts und mit einem Biberberater durchgeführt werden, lautete der Hinweis des Bürgermeisters.